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Verkehr in Frankfurt Warum ist es in manchen Bahnen so heiß?

Manche U-Bahnen und Straßenbahnen in Frankfurt sind klimatisiert, andere nicht. Die FR erläutert, warum das so ist.

Hitze in Frankfurt
Heiß wird es in manchen VGF-Zügen. Foto: Renate Hoyer

Manche Fahrgäste haben dieser Tage Glück: Sie steigen in eine Bahn, in der ein angenehm-kühler Luftzug weht. Es kann aber auch anders sein: Dann ist es in der Straßenbahn oder U-Bahn (fast) so warm ist wie draußen. Warum eigentlich?

Der Fahrgast nimmt die Hitze in der Frankfurter Tram mit Humor. Als die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) auf Facebook einen Link der Stadt Frankfurt teilt, wonach Grillen in den städtischen Parks verboten ist, kommentiert er: „Grill isch halt in de Straßebahn. Warm genug isses im R-Wagen ja.“ – Sonnenbrillensmiley.

Der R-Wagen hat keine Klimaanlage. Er ist eine Straßenbahn aus den 1990er Jahren. Von diesen R-Wagen fahren nach Angaben der VGF jeden Tag bis zu 38 durch die Stadt. Die R-Wagen fahren auf allen Tram-Linien, unter anderem auch auf der vielbefahrenen 21 zwischen Stadion und Nied. Weil diese Strecke im Abschnitt vom Hauptbahnhof zur Galluswarte schon seit geraumer Zeit überlastet ist, soll dort ab Dezember neben den Linien 21 und 11 zur Entlastung noch eine dritte Linie fahren, die 14.

Es gibt noch weitere Bahnen ohne Klimaanlage. Zwei unklimatisierte Straßenbahnen vom Typ „Pt“ aus den 1970er Jahren fahren derzeit auf der Linie 15. Ab Dezember werden weitere Pt-Wagen im Netz eingesetzt, was daran liegt, dass die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq den Fahrplan ausbaut, die VGF aber nicht genügend neue Wagen besitzt. Im Winter wird das die Fahrgäste wenig stören – eine Heizung haben die alten Pt-Wagen schließlich.

Dann gibt es noch unklimatisierte U-Bahnen. Bis zu 37 U-Bahnen vom Typ „U4“ sind ohne Klimatechnik auf der A-Strecke unterwegs. Die A-Strecke, zwischen Südbahnhof über Hauptwache in den Norden, ist die meistbefahrene Strecke der Stadt.

Die Zahl der eingesetzten, unklimatisierten Fahrzeuge variiere, weil Wagen zum Beispiel in der Werkstatt oder nicht einsatzbereit seien, sagte VGF-Sprecher Bernd Conrads. Am Montag fuhren etwa 29 U4-Wagen und 21 R-Wagen durch Frankfurt.

Von den rund 400 Straßenbahnen und U-Bahnen der VGF seien immerhin rund 80 Prozent klimatisiert, sagte Conrads. Bei den Bussen und S-Bahnen sind es 100 Prozent.

Warum sind die übrigen 20 Prozent der U-Bahnen und Straßenbahnen nicht klimatisiert? Es sei nicht ohne weiteres möglich, die alten Wagen mit Klimaanlagen nachzurüsten, teilte die VGF mit. Bei der Installation der Klimatechnik auf dem Dach würden die bis zu 1,5 Tonnen schweren Aggregate die Statik des Daches gefährden. Beim Einbau ins Wageninnere – wie bei den Pt-Wagen, die in die Türkei verkauft wurden – würden Sitzplätze wegfallen, was bei den wachsenden Fahrgastzahlen in Frankfurt keine ansprechende Lösung sei.

Müssen die Fahrgäste im Hochsommer dauerhaft schwitzen, wenn sie die falsche Bahn erwischen? Zumindest noch in diesem, dem nächsten und dem übernächsten Sommer.

Im Dezember 2020 liefert der Hersteller Alstom die ersten von 43 neuen Straßenbahnen vom Typ „T“ nach Frankfurt. Diese klimatisierten Straßenbahnen ersetzen die R-Wagen. Bei den U-Bahnen will die VGF zusätzlich zu den vorhandenen 224 Wagen vom Typ „U5“ weitere 22 Wagen beim Hersteller Bombardier erwerben, ebenfalls klimatisiert. Fenster zum Öffnen haben die neuen Bahnen nicht. „Weil wir nicht die Umwelt kühlen wollen.“

Die einzigen, die in den alten Bahnen im Sommer nicht schwitzen müssen, sind die Fahrer. Die Kabinen sind gekühlt. Die VGF hat sie mit Klimaanlagen nachgerüstet, alle, bis auf die alten R- und P-Wagen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Gute Frage

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