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Verkehr in Frankfurt Vierter toter Radfahrer in einem Monat

Ein 78-jähriger Radfahrer stirbt nach einem Unfall im Westend - und verschlimmert damit die Schreckensbilanz des Monats August.

Unfallstelle
Die Unfallstelle, an der Anfang des Monats in der Kurt-Schumacher-Strasse ein Radfahrer verstarb. Foto: Boeckheler

Es ist ein schwarzer August für den Frankfurter Straßenverkehr. Ein 78-Jähriger, der am Freitag im Westend mit seinem Fahrrad stürzte, sei inzwischen seinen Verletzungen erlegen, teilte die Polizei am Montag mit. Der 78-Jährige ist bereits der vierte tote Radfahrer in diesem Monat. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr waren es nur zwei, 2016 drei.

Bertram Giebeler vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) kann sich keinen Reim auf die ungewöhnliche Häufung machen. „Eine systematische Erklärung dafür habe ich nicht“, sagt er. Die tödlichen Unfälle waren dafür auch zu verschieden. Anfang des Monats war ein 60-Jähriger auf der Kurt-Schumacher-Straße unter einen Lastwagen geraten. Der Radfahrer war auf dem Gehweg unterwegs, dabei aber dem Lkw zu nahe gekommen oder umgekehrt. Zwei Wochen später hatte eine 28-jährige Radlerin die Gleise an der Haltestelle Louisa überquert, ohne die nahende Straßenbahn zu bemerken.

Vier Tage später starb ein 27-Jähriger auf dem Uni-Campus im Westend, als er nachts auf dem Treppenabsatz eines Gehwegs stürzte. Der Mann soll obduziert werden, da die Umstände des Todes unklar sind. Die bisherigen Zeugenaussagen konnten nicht erhellen, ob der 27-Jährige, der auf einem Leihfahrrad unterwegs war, den Treppenabsatz nicht sah oder ihn mit dem dafür untauglichen Rad bewusst herunterspringen wollte.

Beim Unfall am vorigen Freitag in der Fürstenberger Straße kam die Unachtsamkeit eines Autofahrers ins Spiel. Der 30 Jahre alte Fahrer eines Smarts öffnete die Autotür, ohne auf den Radler zu achten. Ob der 78-Jährige gegen die Tür fuhr und stürzte oder aber beim Ausweichmanöver zu Boden fiel, ist noch nicht geklärt.

Neben den tödlichen Unfällen gab es im August eine Reihe weiterer verletzter Radfahrer. Am vergangenen Freitag ereigneten sich im Westend gleich drei Unfälle binnen einer Stunde. In einem Fall waren zwei Radfahrer zusammengeprallt; beide mussten ärztlich versorgt werden. Eine Art des Unfalls, die künftig häufiger vorkommen könnte, wenn die Zahl der Radler in Frankfurt wie in den vergangenen Jahren weiter steigt. ADFC-Mann Giebeler weist darauf hin, dass in der Fahrradstadt Münster schon vor zwei Jahren Zusammenstöße zwischen Radlern zur häufigsten Unfallursache auf zwei Rädern gehörten.

Bezüglich der Häufung im August hat der Experte lediglich die Vermutung, dass „die sehr lange Schönwetterphase mehr Leute aufs Rad gelockt hat“. Darunter wohl nicht nur Geübte.

Der Polizei war die Häufung nochmal den Hinweis wert, doch bitte Fahrradhelme zu tragen. Der 78-Jährige war an Kopfverletzungen gestorben und hatte nach Polizeiangaben keinen Helm getragen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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