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Verkehr in Frankfurt Mehr Schutz für Radler in Frankfurt

Die Frankfurter Polizei nimmt sich am „Europäischen Tag ohne Verkehrstote“ das Verhalten von Lkw-Fahrern gegenüber Radfahrern vor. Allein im August starben vier Radler bei Unfällen.

Radfahrer in Frankfurt
Hier können sich Zwei- und Vielrädrige in die Quere kommen: Radler an der Kreuzung Nibelungenallee/Eckenheimer Landstraße. Foto: peter-juelich.com

Der Lastwagenfahrer des Grünflächenamts war so vorbildlich rechts abgebogen, aber die Verkehrssicherheit der Frankfurter Polizei hält ihn trotzdem an. Das Polizeipräsidium Frankfurt hat sich am Mittwoch am Europäischen Tag ohne Verkehrstote beteiligt, international unter dem Schlagwort Edward (European day without a road death) bekannt.

Nach vier toten Radfahrern im vergangenen Monat fand es die Polizei eine gute Idee, mal auf die Problematik Lastwagen/Fahrradfahrer einzugehen. Lastwagen haben einen großen toten Winkel, Radfahrer sind klein genug, um darin mehr als vollständig zu verschwinden. Die Polizei hat sich an zwei verkehrsreichen Kreuzungen postiert. Vormittags an der Ecke Mainkai/Schöne Aussicht, am Nachmittag an der Kreuzung Nibelungenallee/Eckenheimer Landstraße. „Am Vormittag haben wir überhaupt kein anlassbezogenes Fehlverhalten festgestellt“, sagt Thomas Gohla, Leiter der Verkehrsprävention.

Auch am Nachmittag bleiben die Radfahrer, die auf dem Alleenring geradeaus fahren wollen, von den rechts Richtung Eckenheim abbiegenden Autos und Lastwagen ungeschoren. Gohla hat daher Zeit, ein paar Zahlen zu nennen. Im vergangenen Jahr hat es im Frankfurter Stadtgebiet 2597 Unfälle gegeben, an denen Lastwagen beteiligt waren. Nur in 47 Fällen kam es dabei zum sehr ungleichen Duell zwischen Lastwagen und Fahrrad.

Das Problem: Diese Unfälle enden selten glimpflich. Von 15 Fällen, in denen Lastwagenfahrer recht abbogen und dabei Radfahrer übersahen, endeten 14 mit Verletzungen der Radfahrer. Das Polizeipräsidium Frankfurt hat daher eigens einen Aufkleber konzipiert, den sich die Trucker in ihre Fahrerkabine kleben können. Idealerweise dort, wo sie beim Rechtsabbiegen auch auffallen. Darüber hinaus hat die Polizei Aufkleber von der Unfallhilfe Köln erhalten, die auf dem Heck von Lastwagen und Sprintern angebracht, den Radfahrer an den toten Winkel der Fahrzeuge erinnern und zur Vorsicht anhalten soll.

Aktion Edward hat präventiven Charakter

Die Verkehrssicherheit findet einen Großabnehmer für die Aufkleber: den Fahrer des Grünflächenamts. Der beachtet zwar vorbildlich den Radfahrer und gewährt Vorfahrt, ist aber nicht angeschnallt. Da die Aktion Edward vor allem präventiven Charakter hat, eine günstige Gelegenheit, den Mann in städtischen Diensten rauszuwinken. Der Fahrer zahlt 30 Euro, weil er nicht angeschnallt war, und erhält quasi als Trost dutzendweise Aufkleber, die die Stadt ans Heck ihrer Fahrzeuge kleben kann.

Davon unabhängig ist die Stadt nach der verheerenden Verkehrsbilanz im August aber auch anderweitig tätig geworden. Schon bald soll auf der Kurt-Schumacher-Straße, wo Anfang August ein Radfahrer starb, mit dem Markieren eines Radwegs begonnen werden. Gleiche Arbeiten gab oder gibt es in der Gutleutstraße und am Baseler Platz. An der Kreuzung Schlossstraße/Robert-Mayer-Straße soll die Haltelinie für Autofahrer zurückverlegt werden, damit die Radler an der Ampel besser sichtbar werden, und aus dem gleichen Grund gibt es an der Ecke Hafenstraße/Gutleutstraße jetzt einen sogenannten Trixi-Spiegel, der den toten Winkel ins Blickfeld rückt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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