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Verkehr in Frankfurt Haltestellen behindertengerecht ausbauen

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) muss die Haltestellen in der Stadt schneller barrierefrei umbauen, fordert ein Behindertenvertreter. Sonst werde es mit der Einhaltung des Personenbeförderungsgesetzes nichts.

Verkehr in Frankfurt
Die U-Bahn-Haltestelle Glauburgstraße ist barrierefrei. Foto: Rolf Oeser

Die Stadt Frankfurt treibt den barrierefreien Umbau von Haltestellen laut Behindertenvertretung zu langsam voran. Das Personenbeförderungsgesetz sehe vor, dass bis Anfang 2022 alle Haltestellen barrierefrei sein sollen, sagte Hannes Heiler, Sprecher der Frankfurter Behinderten-Arbeitsgemeinschaft FBAG. Die Arbeitsgemeinschaft vertritt die Interessen von Menschen mit Behinderung. „Das wird die Stadt nach jetzigem Stand nicht schaffen“, sagte er.

Besonders gravierend sei der Rückstand beim Umbau der rund 700 Bushaltestellen. Dort werde es sicherlich „noch bis 2030 dauern“, bis alle Haltestellen umgebaut seien.

Bei den U-Bahnen fehlten nach wie vor Aufzüge an den Stationen Westend, Römerstadt und Niddapark, sagte Heiler. Bei den Straßenbahnhaltestellen sieht er Defizite etwa auf der Mainzer Landstraße. Beim Einstieg in die Tram müssten alle eine Stufe überwinden - Rollstuhlfahrern hilft der Tramwagenfahrer, indem er eine Rampe ausklappt.

„Wir bemühen uns, die Barrierefreiheit im Nahverkehr bis Ende 2021 zu erreichen“, sagte Thomas Erhart, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Das sei aber nicht in allen Fällen möglich.

Die VGF erneuere jedes Jahr eine bestimmte Zahl an Straßenbahn- und Bushaltestellen. Gleichzeitig würden dabei Straßenzüge umgebaut und Ampelanlagen erneuert, was Zeit und Geld koste.

S-Bahn-Ausbau positiv

Für die U-Bahn-Station Westend falle demnächst die Entscheidung, in welcher Form ein Aufzug errichtet werden soll. Der barrierefreie Ausbau der Station Niddapark sei mit dem Neubau der S-Bahn-Station Ginnheim verknüpft. Der Ausbau sei nicht bis Ende 2021 zu schaffen.

„Wenn die Stadt in dem Tempo weitermacht, sind die Haltestellen auf Jahre nicht barrierefrei“, sagte Heiler. Enttäuscht zeigte er sich, dass die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) den Aufzug in der Station Dom/Römer nicht Ende 2017 wieder in Gang setzt. Erst nach Abschluss der Brandschutzarbeiten, die von Mitte Februar bis Ende Juli 2018 dauern, soll der Aufzug wieder fahren, heißt es in einer Mitteilung.

Den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen dem Frankfurter Westbahnhof und Bad Vilbel begrüßte Heiler ausdrücklich. Nur durch die beiden zusätzlichen Gleise könne die Deutsche Bahn die S-Bahnen an eigenen Bahnsteigen halten lassen - auf 96 Zentimeter Höhe. „Der viergleisige Ausbau ist eine zwingende Voraussetzung für barrierefreie S-Bahn-Stationen“, sagte er. Die Bahn will an der Strecke bis 2022 drei Stationen auf Frankfurter Gebiet erneuern - Eschersheim, Frankfurter Berg, Berkersheim – und die Station Ginnheim neu bauen.

Und beim Bau von öffentlichen Gebäuden müsse die Stadt stärker auf Barrierefreiheit achten, sagte Heiler. „Am Neubau des Historischen Museums fehlt ein Schild, wie Rollstuhlfahrer ins Museum kommen.“ Lobend erwähnte er die Internetseite der VGF (www.vgf-ffm.de). Alle Rolltreppen und Aufzüge, die nicht fahren, sind in Echtzeit angegeben.

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