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Verkehr in Frankfurt Anwohner fürchten Superstau

Die Umbaupläne für die Westerbachstraße zwischen A5 und A648 in Frankfurt-Sossenheim kommen bei den Bürgern und beim Ortsbeirat schlecht an. Sie fürchten zusätzlichen Verkehr.

Verkehr in Frankfurt
Der Stau auf der Westerbachstraße in Frankfurt ist heute schon Alltag. Foto: Rolf Oeser

Es gibt Leben am Stau. Darauf weisen eine Reihe von Sossenheimern am Dienstag im Volkshaus vehement hin. Menschen wohnen dort. Die Stadtverwaltung ist zu Gast in der Sitzung des Ortsbeirats 6 und stellt vor, wie die Westerbachstraße zwischen A5 und A648 eine zweite Spur bekommen könnte. Denn auf der einen, die es aktuell gibt, staut sich der Verkehr. Und es soll schlimmer werden: Der englische Immobilienkonzern Segro baut an der Gaugrafenstraße in Rödelheim ein Logistikzentrum.

Das bringt zusätzlichen Verkehr: Die Stadt rechnet mit 1200 Autos und 1200 Lastern am Tag. „Ein nicht unerheblicher Teil geht auf die Westerbachstraße“, prognostiziert Verkehrsplaner Jörg Stellmacher-Hein. Dort sind ohnehin schon 21 000 Fahrzeuge am Tag unterwegs. Die zweite Spur soll darum die Leistungsfähigkeit der Straße erhöhen und nebenbei dem Radverkehr etwas Gutes tun.

Der Investor wird sich finanziell beteiligen, sagt Stellmacher-Hein. In den kommenden 36 Monaten soll er das Konzept umsetzen. Auch eine Sanierung der Straßendecke wird es geben.

Der Ortsbeirat 6 weist die Planung allerdings entschieden zurück. Gremium wie Bürger sind entsetzt. Der Verkehr auf der Westerbachstraße sei schon länger ein Problem, die Stadt scheue sich, eine umfassende Lösung zu finden, so der Tenor. Eine weitere Fahrspur verbessere die Lage nicht, im Gegenteil, sagt Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU). „Die zusätzliche Spur zieht weiteren Verkehr an.“ Der Ortsbeirat hat nun eine Reihe von Fragen an die Stadtverordneten gestellt, wie es weitergehen soll. Das Gremium wünscht darüber hinaus, dass in einer der kommenden Sitzungen der Verkehrsdezernent oder ein anderer Vertreter des Dezernats Stellung bezieht. Jemand mit politischer Verantwortung.

Eine heikle Angelegenheit

2015 hatte das Gremium sich auch eine Busspur gewünscht, der Magistrat sogar zugestimmt. Eine heikle Angelegenheit, findet die Verwaltung nun. Denn für eine Busspur würden sämtliche Parkplätze an der Westerbacher wegfallen, sagt Stellmacher-Hein. Meist hagele es in solchen Fällen Protest. „Wer braucht die?“, ruft es dagegen in Sossenheim aus dem Publikum. „Da stehen doch eh nur Lkw und Wohnwagen.“ Protestieren sollten eher diejenigen, die jeden Tag mit dem 55er-Bus im Stau stünden.

Auch die Rödelheimer sind entsetzt. Dort hat die Stadt das Projekt in der März-Sitzung des Ortsbeirats 7 vorgestellt. „Wir haben heute schon von 15 bis 18 Uhr Dauerstau“, hat da ein Anwohner der Gaugrafenstraße geschimpft und auf das Gewerbegebiet Wilhelm-Fay-Straße verwiesen. „Da stehen Ansiedlungen an.“ Also noch mehr Verkehr.

Entsprechend äußert sich nun der Ortsbeirat 7 in der Mai-Sitzung. Der zweispurige Ausbau der Westerbachstraße sei „blauäugig“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Sebastian Papke. Damit verkürze man den Stau nur um fünf Meter. Es gebe nur dann eine Chance auf Entlastung, wenn der Verkehr besser abfließen könne. „Aber nicht, wenn das Nadelöhr Autobahnauffahrt einspurig bleibt.“

Der Ortsbeirat hat darum einstimmig einen Antrag von CDU und SPD verabschiedet: Die Stadt möge durch den Bau einer Brücke die Anbindung des Gewerbegebiets Gaugrafenstraße an die Wilhelm-Fay-Straße über die A5 gewährleisten. Zudem soll der Magistrat prüfen, ob es möglich wäre, zum einen die Eschborner Landstraße an die Lorscher Straße im Bereich des Gewerbegebiets anzubinden und eine Zufahrt von der Lorscher Straße aus Richtung Rödelheim auf die A66 zu schaffen. Zudem soll die Möglichkeit einer Zufahrt von der Guerickestraße auf die Abbiegespur von der A66 zur A5 in Richtung Bad Homburg geprüft werden.

Auch die Sossenheimer wünschen der Gaugrafenstraße eine direkte Autobahnanbindung. Die A5 soll ohnehin erweitert, das Nordwestkreuz umgebaut werden. Rene Foerster von der Initiative Westerbachstraße fordert zudem Tempo 80 auf der Autobahn. Das reduziere den Lärm und ermögliche zusätzliche Abfahrten.

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