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Verkehr im Hochtaunus Mehr Motorradkontrollen am Feldberg

Die Zahl der Motorradunfälle am Feldberg (Hochtaunus) hat zugenommen. Die Polizei verstärkt deshalb vor allem an der Applauskurve ihre Kontrollen. Die Motorradfahrer sprechen von „Schikane“.

Verkehr im Hochtaunus
Prüfender Blick ins Auspuffrohr: Am Feldberg kontrolliert die Polizei, ob Motorräder manipuliert sind. Foto: Renate Hoyer

Einen Toten hat es in diesem Jahr im Feldberggebiet noch nicht gegeben. Doch bei der Zahl der schweren Motorradunfälle vermeldet die Polizei einen deutlichen Anstieg: Waren es 2017 im gesamten Jahr 30, so ist diese Zahl schon jetzt überschritten. 

Vor allem die „Applauskurve“ zwischen Hohemark und Sandplacken erweise sich als Unfallschwerpunkt, sagt der Leiter der Verkehrspolizei im Hochtaunuskreis, Oliver Link. Deshalb haben er und seine Kollegen ihre Kontrollen dort verstärkt – was wiederum bei manchem passionierten Biker auf Unverständnis stößt.

Von „Schikane“ und „Diskriminierung“ sprechen mehrere junge Motorradfahrer, die am Dienstagabend dabei zusehen, wie die Beamten immer wieder Gleichgesinnte von der Fahrbahn winken und sich deren Maschinen vornehmen. 

Es gehe unter anderem darum, die Motorräder auf Mängel zu untersuchen oder verbotene Manipulationen nachzuweisen, erklärt Oliver Link. Wie bei dem Suzuki-Fahrer, der einen sogenannten „DB-Killer“ aus dem Auspuff entfernt hat und dadurch deutlich lauter unterwegs ist als nötig. Außerdem ist der TÜV abgelaufen. Link belässt es bei einem Bußgeld von 50 Euro und der Auflage, das Motorrad in den kommenden Tagen mit korrektem Schallschutz bei einer Polizeistation vorzuführen. Im Wiederholungsfalle müsse der Mann aber damit rechnen, dass seine Maschine ganz aus dem Verkehr gezogen werde, kündigt er an.

Schönes Wetter lockt mehr Biker an

Ein Stück weiter den Berg hoch stehen weitere Polizeibeamte mit einem Blitzgerät. Die L 3004 sei für manche Motorradpiloten immer noch eine beliebte Rennstrecke, schildert Oliver Link. In der vergangenen Woche habe man hier einen Fahrer mit 101 Kilometern pro Stunde geblitzt, obwohl nur 60 erlaubt seien. Der diesjährige „Rekordhalter“ war sogar mit 157 Sachen statt 80 unterwegs. 

Die Zunahme der Unfälle in diesem Jahr führt der Leiter der Verkehrspolizei vor allem auf das schöne Wetter zurück. Das habe sicher mehr Biker mit ihren Maschinen in den kurvenreichen Taunus gelockt als üblich. Es seien auch nicht immer die Motorradfahrer schuld, wenn es zum Crash komme, räumt Link ein. Allerdings gebe es weiterhin Unverbesserliche, die in extremer Schräglage durch die „Applauskurve“ heizten, um mit Aufsetzern auf den Knien die Funken sprühen zu lassen. Ihren Namen verdankt die Kurve dem Beifall, den sie dafür von Gleichgesinnten erhalten. 

Mit einem Motorrad-Halteverbot für den Parkplatz in der Kurve und dem Waldweg gegenüber bemüht sich die Polizei, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Was nicht jeder Biker verstehen kann. Die Kurve sei ja noch relativ sicher, schildert ein 33-Jähriger. „Wenn die Leute hier nicht mehr fahren dürfen, fahren sie woanders.“ Und das könne dann deutlich gefährlicher werden.

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