Lade Inhalte...

Verkehr Aufs Rad umsteigen!

Das Auto hat jahrzehntelang das Straßenbild dominiert. Es ist an der Zeit für eine Verkehrswende. Dabei kann das Radfahren eine große Rolle spielen.

Fahrradfahren in Frankfurt
Mit dem Rad zur Arbeit pendeln: In Frankfurt oft schneller als die Fahrt mit dem Auto. Foto: Andreas Arnold

Der Verkehr, wie er sich darstellt, funktioniert in einer wachsenden Stadt wie Frankfurt auf Dauer nicht mehr. Verstopfte Straßen, übervolle Bahnen, zu wenig ausgebaute Radwege. Das Auto hat über Jahrzehnte das Straßenbild dominiert. Es ist Zeit für die Verkehrswende, bei der Radfahrer, Fußgänger und der öffentliche Nahverkehr im Vordergrund stehen.

Derzeit werden laut hessischem Verkehrsministerium immer noch 58 Prozent der täglichen Wege in Hessen mit dem Auto zurückgelegt, 26 Prozent zu Fuß, 9 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nur 7 Prozent mit dem Rad. In Frankfurt sind es etwas mehr Radfahrer, ihr Anteil liegt bei knapp 13 Prozent, Tendenz steigend. Trotzdem: Radfahren ist Schlusslicht unter den Fortbewegungsmitteln. Das hat leider Gründe.

Als Beispiel kann man sich den Straßenraum vor dem Frankfurter Hauptbahnhof ansehen. Dort sind die Fahrrad-Abstellplätze zwar hoffnungslos überbelegt, aber an die Radfahrer wurde in der Verkehrsplanung nicht gedacht. Die Fahrzeuge fahren dort morgens Stoßstange an Stoßstange. Für Radler sind weder Radwege noch Schutzstreifen vorhanden. Kein Wunder, dass die wenigsten Lust haben, am zentralen Verkehrsknotenpunkt in Frankfurt vorbeizuradeln.

Nicht nur am Hauptbahnhof müssen sich die Rahmenbedingungen ändern. Im ländlichen Raum braucht es ausgebaute Radwege entlang von Landstraßen. Und gute Verknüpfungen zum öffentlichen Nahverkehr, damit das Fahrrad- oder Pedelecfahren eine Alternative zum Auto werden kann.

Jeden Tag fahren 336 000 Einpendler nach Frankfurt. In die deutsche Pendlerhauptstadt kommen 79 Prozent mit dem Auto, 21 Prozent mit dem Zug. Die Zahlen zeigen, dass Autofahren für viele immer noch attraktiver ist als die Bahn zu nehmen. Das liegt auch daran, dass die Pendlerpauschale das Autofahren begünstigt. Ein besseres und vor allem günstigeres Angebot auf der Schiene, verbunden mit Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Möglichkeiten, könnte die Entwicklung in eine andere Richtung steuern.

Wach ans Ziel

Gerade auf kurzen Distanzen bietet sich auch Rad oder Pedelec zum Pendeln an. Wenn die Fahrrad-Infrastruktur besser wird, und auch das Leihen von Carsharing-Autos und Leihrädern an zentralen Mobilitätsstationen nahe der Bahnhöfe möglich wäre, könnte das mehr Menschen dazu bringen, das eigene Auto stehen zu lassen oder sogar abzuschaffen.

Es gibt viele gute Gründe, morgens mit dem Rad zur Schule, Uni oder Arbeit zu fahren, und nicht mit dem Auto. Bei einer Distanz von bis zu zehn Kilometern brauchen Rad oder Pedelec im Stadtverkehr etwa genauso lang oder sogar weniger Zeit. Radfahrer kommen wach ans Ziel und haben nebenbei etwas für ihre Gesundheit getan. Sie sparen Geld, weil sie keinen Treibstoff kaufen müssen und haben, falls sie aufs eigene Auto verzichten, auch keine Kosten für Kfz-Steuer und -Versicherung. Das schont den Geldbeutel, gerade auch von Menschen mit geringem Einkommen. Radfahren ist gut für die Umwelt, weil es null Emissionen verursacht – und keinen Verkehrslärm.

Um das Radfahren zu fördern, und die Stadt insgesamt lebenswerter zu machen, sollten bei der Aufteilung des Straßenraums alle Verkehrsteilnehmer angemessen berücksichtigt werden. Parkplätze für Anwohner oder Lieferverkehr wird es weiterhin geben, aber müssen komplette Straßenzüge vollgeparkt sein? Sollte ein Teil der Autos in der Stadt nicht in Parkhäuser weichen, damit auf dem frei werdenden Raum Bürgersteige, Spielplätze oder Grünflächen entstehen können? Auf einen Autoparkplatz, der teuer in Bau und Unterhalt ist, passen übrigens zehn Fahrräder.

Es ist 200 Jahre her, dass der Karlsruher Karl von Drais den Vorläufer des Fahrrads, die pedallose Draisine, erfunden hat. In Kopenhagen und Amsterdam ist das Rad längst das beliebteste Fortbewegungsmittel geworden.

Die Frankfurter Rundschau will in einer neuen Serie ausloten, was Radfahren zur Verkehrswende beitragen kann. Die Serie begleitet etwa die Fahrradmesse Velo im Juni und das Programm „Bike and Business“, das Unternehmen unterstützt, die Zahl der radfahrenden Mitarbeiter zu erhöhen. Manche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern sogar an, Diensträder kostengünstiger zu erwerben.

Wir fragen auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, ob Sie gerne mit dem Rad fahren oder was Sie vom Radfahren abhält und welche Probleme Sie sehen.

Kontakt: Schicken Sie uns Ihre Anregungen und Kopien per E-Mail mit dem Stichwort „Radserie“ an: stadtredaktion@fr.de

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum