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Unwetter Frankfurt Tausende stranden am Hauptbahnhof

Nach dem kurzen Unwetter gibt es in und um Frankfurt massive Verspätungen und Zugausfälle. Auch der Fernverkehr und der Frankfurter Flughafen sind betroffen.

Am Frankfurter Hauptbahnhof warten viele Menschen, die nicht per Bahn wegkommen. Foto: Michael Bayer

Der erste Zug, den die Abfahrtstafel als noch nicht abgefahren anzeigt, ist die Regionalbahn, die den Frankfurter Hauptbahnhof um 16.06 Uhr in Richtung Heidelberg verlassen sollte. Zu dieser Zeit tobt etwas weiter südlich schon jenes Gewitter, das kurz später auch über Frankfurt zieht.

Die Strecke zwischen Darmstadt und Weinheim wird in Folge des Unwetters gesperrt, und so steht dreieinhalb Stunden später auch noch der Eurocity 391 in Richtung Linz im Gleis, der um 16.20 Uhr starten sollte. Es bleibt nicht die einzige Sperre: Die Bahn schließt unter anderem die Schnellfahrtstrecke von Frankfurt nach Köln; auch die Verbindungen von Mannheim nach Frankfurt, zwischen Mannheim und Mainz sowie zwischen Frankfurt und Hanau sind lahmgelegt.

Dann verkünden die Lautsprecher: "Es fahren keinerlei Züge mehr ab." Eine Bahn-Sprecherin sagt: "Es ist überall 'was." Züge würden an den Bahnhöfen zurückgehalten, damit sie nicht Gefahr liefen, auf der Strecke stehen zu bleiben.

Tausende von Menschen drängen sich auf dem Frankfurter Hauptbahnhof. Vor dem Infoschalter ist gar nicht mehr erkennbar, was die Warteschlange ist – oder wer einfach nicht weiterkommt. Vereinzelt kommen noch Züge an, fahren aber nicht mehr aus. So füllt sich Gleis für Gleis mit Lokomotiven, deren Lüftungen immer heftiger und lauter arbeiten – die wenigen Ansagen sind kaum zu verstehen.

Menschen wissen nicht, ob sie in die stehenden Züge einsteigen sollen oder nicht. Den EC 391 verlässt nach zwei Stunden eine Gruppe schulterzuckend. Das Zugpersonal ist nicht in Sicht.

Kaffee für alle

Über den Gleisen, im ersten Obergeschoss, geben es die Mitarbeiter der DB Lounge auf, nach der Zugangsberechtigung zu fragen. Freier Kaffee und Kaltgetränke für alle. Als vereinzelt Züge in Richtung Wächtersbach starten, gesteht das Personal verzweifelt per Ansage: "Wir wissen hier oben nicht, welche Züge da unten fahren. Bitte schauen Sie am Gleis nach.“

Nicht nur der Fernverkehr ist von den Auswirkungen des kurzen Unwetter über Frankfurt betroffen. Ein umgestürzter Baum an der Eissporthalle in Frankfurt sorgt dafür, dass die Straßenbahnlinie 12 in beide Richtungen über Zoo und Wittelsbacherallee umgeleitet werden muss, nur kurz darauf wird auch diese Strecke von einem Baum lahmgelegt. "Die Linien 12 und 14 fahren bis auf Weiteres über die Hanauer Landstraße bis zur Hugo-Junkers-Straße", teilt die VGF mit und empfiehlt, auf die nicht betroffenen U-Bahn-Linien U4 und U7 umzusteigen.

Auch die S-Bahn-Linien in und um Frankfurt sind beeinträchtigt. "Wegen des Unwetters kann es auf allen Linien zu Behinderungen kommen", heißt es auf der Website des RMV. Es könne zu erheblichen Verspätungen und Teilausfällen kommen. Das bekommen auch die Pendler zu spüren, die am Frankfurter Südbahnhof in ihre Züge steigen wollten. Ratlos stehen sie in Trauben vor den Anzeigetafeln, auf denen beinahe jeder Zug mit Verspätung angezeigt wird. Kopfschüttelnd zücken viele von ihnen Smartphones, um zu überprüfen, ob tatsächlich die meisten Züge Verspätung haben oder ausfallen.

Die Durchsage am Bahnsteig der S-Bahn klingt fast schon etwas hilflos in den Ohren der Pendler: Es komme zu Verspätungen und Zugausfällen, weitere Informationen könne man noch nicht geben.

Flughafen betroffen

Am Frankfurter Flughafen muss der Betrieb wegen des starken Sturms immer wieder unterbrochen werden. Die Bodenabfertigung, also das Betanken sowie das Be- und Entladen der Maschinen, wird für rund 30 Minuten eingestellt. "Das ist bei einem so starken Gewitter mit Wind und Blitzen Routine", sagt ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Einige Starts und Landungen verzögern sich. "Das wird sich aber im Laufe des Abends wieder einspielen", sagt der Sprecher. Der Fernbahnhof am Flughafen muss evakuiert werden, weil sich durch den Sturm eine Gondel gelöst hatte und drohte, durch das Dach des Fernbahnhofs zu stürzen.

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