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U5 in Frankfurt Neuer, schwerer, lauter: die U5

Die Anwohner an der Strecke der U5 in Frankfurt klagen über Lärm. Die VGF will in der kommenden Woche über ihre Anliegen beraten.

11.11.2016 17:39
Klaas Mucke
Die neuen Wagentypen sind ziemlich laut. Foto: Renate Hoyer

Nachdem die Arbeiten an der Linie der U5 sich dem Ende zuneigen, zeigten sich viele Anwohner während der Bürgerfragestunde auf der Sitzung des Nordend-Ortsbeirats am Donnerstagabend enttäuscht und bisweilen wütend darüber, dass die Lärmbelästigung nun nicht besser geworden sei, sondern sich sogar verschlechtert habe.

Bekannt war bislang, dass die Bahnen in einer hohen Frequenz quietschen, wenn sie um die Kurven fahren. Abhilfe schaffen sollen Schallabsorber an den Rädern. Zehn Bahnen sind bereits damit ausgerüstet worden. 15 weitere Wagen werden nachgerüstet. „Und diese werden ausschließlich auf der Linie der U5 eingesetzt“, sagte Bernd Conrads, Pressesprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF).

Wie lange es dauern würde, die 15 Wagen nachzurüsten, konnte Conrads den Anwohnern nicht verraten. „Ein Fahrzeug hat zwölf Räder. Für die Nachrüstung benötigen zwei Leute einen Tag.“ Die Arbeiten würden zusätzlich zu den ohnehin anliegenden Wartungsarbeiten ausgeführt. Es sei schwer absehbar, wann alle Züge nachgerüstet seien. „Ich kann Ihnen keine Versprechungen machen.“ Er sei sich jedoch sich sicher, dass die Geräusche mit den Schallabsorbern besser werden, sagte Conrads.

Auf Nachfrage von Manfred Zieran (Ökolinx) gab Conrads an, dass die Schallabsorber für eine Verringerung von sieben bis zehn Dezibel sorgen würden.

Gewicht der neuen U5 spielt Rolle

Doch auch das Gewicht der neuen Bahnen vom Typ „U5“ spielt eine Rolle bei der Lautstärke. Drei Tonnen schwerer als der Vorgängertyp „Ptb“ sind die neuen Züge. Dadurch verstärke sich beim Überfahren von Weichen das Geräusch, räumte Conrads ein. Ein Anwohner der Eckenheimer Landstraße auf Höhe der Glauburgstraße lud den Unter-nehmenssprecher in seine Dachgeschosswohnung ein. Bisher habe er in der Wohnung nie etwas gehört, inzwischen sei es nicht mehr zu ertragen, erzählte er und empfahl, an der betreffenden Stelle Schritttempo einzurichten.

Auch an der Einfahrt in den Tunnel am Scheffeleck sei die U-Bahn zu schnell. Eine Anwohnerin hatte gemessen, dass die Bahnen dort mit Tempo 50 in den Tunnel hinein- und wieder hinausführen. „Wir haben die Möglichkeit, an dieser Stelle Tempo 50 zu fahren“, sagte Bernd Conrads, versprach aber die Forderung nach Tempo 30 an dieser Stelle im Unternehmen zu besprechen.

Ganz andere Sorgen macht die Bahn einer Anwohnerin der Eckenheimer Landstraße auf Höhe der Holzhausenstraße. Ein Surren, ein Klingeln? Sie könne es nicht so recht beschreiben. Es trete allerdings nur dann auf, wenn die Bahn an der roten Ampel bremsen müsse. Die ohnehin angedachte Vorrangschaltung könne das Problem lösen, schlug Manfred Zieran vor. Conrads pflichtete ihm bei.

Während der FDP-Fraktionsvorsitzende Gerhard Brandt gar eine Stilllegung forderte, sprach CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt von einem guten Signal, dass die VGF die Anliegen ins Unternehmen trage. Es sei schade, dass das Ergebnis der Umbaumaßnahmen nun negativ diskutiert werde.

Am Freitag hatte Bernd Conrads die Geschäftsführung über die Anliegen der Anwohner informiert. Man werde in der kommenden Woche die Probleme mit den Entscheidungsträgern im Unternehmen besprechen und über eventuelle Lösungsmöglichkeiten beraten, teilte Conrads mit.

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