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U5 in Frankfurt Beschwerden wegen Lärms

Anwohner kritisieren, dass die U5 zu laut sei. Die VGF hingegen betont, wie viel sie für den Lärmschutz unternehme. Der Ortsbeirat berät nun die Problematik.

Die Wagen „Bonames“ und „Nordend“ auf nächtlicher Fahrt. Foto: Andreas Arnold

Stefan Margraf stört sich am Geräusch der U-Bahn-Linie U5. „Sie ist zu laut“, sagt er. Zum Beweis hat er ein Handy mit Lärmmess-Applikation auf der Fensterbank platziert. Der Zeiger schlägt aus, als die U5 an der Musterschule vorbeifährt. Auf bis zu 76 Dezibel.

Das ist eindeutig zu laut. Bahnen dürfen im Wohngebiet und vor Schulen nur 57 bis 59 Dezibel tags beziehungsweise 47 bis 49 Dezibel nachts tönen.

Dass die Handy-App keine offizielle Lärmmessung ersetzt, weiß auch Stefan Margraf. Er gehört zum Umfeld der Bürgerinitiative, die sich für die Verlagerung der Haltestelle Musterschule in den Grüngürtel eingesetzt hatte. Die Handy-Messung sei ein Indiz, sagt er, genau wie die Beobachtung, „dass Menschen sich die Ohren zuhalten, wenn die Bahn vorbeifährt“.

Die VGF hingegen betont, wie viel sie für den Lärmschutz unternehme. Zunächst seien die Schienen geschliffen worden, sagte Sprecher Bernd Conrads auf Nachfrage. Dann seien die Räder von derzeit zehn U-Bahnen mit Schallabsorbern nachgerüstetet worden. Das Gleiche habe die VGF mit allen 224 neuen Wagen des Typs „U5“ vor, eine Investition von 1,3 Millionen Euro. Am Scheffeleck werde in den nächsten Wochen eine Schmieranlage eingebaut, die Schienen fette, damit die Wagen in den Kurven leiser sind.

Quietschgeräusch auf der Eckenheimer Landstraße

Das Quietschgeräusch auf der Eckenheimer Landstraße erfasse die VGF nicht. „Für die Strecke gibt es einen gültigen Planfeststellungsbeschluss, und da wir uns innerhalb der Planfeststellung bewegen, müssen wir nicht messen.“

Allerdings häufen sich im Nordend die Beschwerden. „Die Bürger melden sich und fordern, das Quietschen muss aufhören“, sagte die Ortsvorsteherin aus dem Ortsbeirat 3, Karin Guder (Grüne), am Freitagabend, als die VGF neue Wagen mit dem Namen „Nordend“ und „Bonames“ vorstellte. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) erinnerte an die zwölf Jahre währende Debatte über den Bahnsteigbau – mit Exkursen zu Niederflurbahnen und Mittelbahnsteigen. Auch dass die VGF neun Wochen länger als geplant gebraucht habe, um beide Bahnsteige zu errichten.

Es wäre besser gewesen, realistische Zeitpläne zu machen“, sagte Amtsvorgänger Stefan Majer (Grüne), der den Bau der barrierefreien Hochbausteige verteidigte. Dann fuhren die Politiker los, zum Hauptbahnhof mit der Linie U5.

Die wird am heutigen Samstag freie Fahrten anbieten, aber Stefan Margraf macht da nicht mit. „Mir wäre es lieber, wenn die Bahn unter der Erde fahren würde“, sagte er und fordert, dass das Regierungspräsidium Darmstadt der VGF die Genehmigung für die Fahrten entziehen müsse. Wegen des Lärms.

Bürgerfragestunde: Der Ortsbeirat 3 diskutiert das Thema U5 am Donnerstag, 10. November, um 19.30 Uhr, im Haus der Volksarbeit, Eschenheimer Anlage 21, Walter-Dirks-Saal (3. Stock). Vertreter von VGF und Straßenverkehrsamt sind dabei.

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