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U-Bahn in Frankfurt Warum quietscht die U5?

Entlang der Linie U5 im Nordend häufen sich die Beschwerden. Seit die U-Bahn wieder fährt, quietscht sie so laut, dass es die Anwohner nervt.

Nach sechs Monaten fährt die U5 wieder auf der Eckenheimer Landstrasse – und quietscht in den Kurven. Foto: Renate Hoyer

Elke Schüller fühlt sich gestört: „Die U5 verursacht ein sehr lautes und höchst unangenehmes, schrill-quietschendes Schleifgeräusch.“ Der Lärm sei auch bei geschlossenen Fenstern zu hören, sagt sie. Elke Schüller wohnt in der Humboldtstraße, rund 100 Meter von der Trasse entfernt.

Seit Sonntag fährt die U5 wieder. Ob am Scheffeleck, in der Nordend- oder Glauburgstraße, fast überall, wo die Bahn um die Kurve fährt, schrillt das helle Geräusch. Anwohner haben in sozialen Netzwerken und gegenüber der FR darauf aufmerksam gemacht.

Schienenkreischen. Das Phänomen ist schnell erklärt. „Das Kreischgeräusch entsteht durch Reibung der Räder auf den Schienenflächen“, erklärt eine Sprecherin des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Immer dann, wenn die Bahn um die Kurve fährt, könne es vorkommen. Bei Nässe seltener als bei Trockenheit. „Es hat mit Reibung zu tun.“

Das Phänomen ist hinlänglich untersucht. Mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums. Kurvengeräusche bei Bahnen seien „hochfrequent, tonal laut, stark störend“, heißt es in einer Studie der Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr. Wenn Bahnen in engen Bögen um die Kurve fahren, könne es auftreten. Dabei geschehe Folgendes: „Über die starre Achse wird das innere Rad zu eine reibbehafteten Querbewegung gezwungen.“ In der Simulation des Ingenieurbüros betrug der Schall bei 20 Stundenkilometern Fahrt am inneren Radkranz 130 Dezibel, am äußeren 85 Dezibel. Die Frequenz lag bei 1572 bis 1578 Herz. Das klingt unangenehm.

Der VGF ist sich des Problems bewusst. Schon als die Linien U8 und U9 im Jahre 2010 an den Start gingen, beschwerten sich Anwohner am Zeilweg, in Niederursel, auf dem Riedberg über Quietschen und Kreischen. Der Ortsbeirat 8 schaltete sich ein. Die VGF versprach, die Schienen regelmäßig zu schleifen und zu fetten, für reibungsloseres Rollen.

Es gibt laut Studie noch andere Methoden gegen das nervige Geräusch. Fahrwerke zu verwenden, die nicht starr, sondern beweglich sind, sei hilfreich. Auch gedämpfte Räder, etwa mit Gummischicht, zu verwenden. Oder den Radkranz zu dämpfen, mit Schallabsorbern.

Die Beschwerden auf der Linie U5 hat die VGF zur Kenntnis genommen. „Grundsätzlich können Geräusche in Kurven entstehen, weil die Räder in den Drehgestellen unterschiedliche Laufwege haben und verkanten“, sagte VGF-Sprecher Bernd Conrads. Dass jede Bahn grundsätzlich und immer in jeder Kurve oder Biegung Geräusche verursacht, stimme nicht. „Die Geräusche an der Eckenheimer Landstraße waren nicht vorhersehbar.“

Die Rückmeldungen der Anwohner und eigene akustische Beobachtungen prüfe die VGF nun. Conrads kündigte „Gegenmaßnahmen“ an. In einem ersten Schritt seien in der Nacht von Montag auf Dienstag (heute) die Fahrflächen der Schienen nachgeschliffen worden. Mal hören, ob es geholfen hat.

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