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U-Bahn in Frankfurt Station Dom/Römer sieht (fast) so aus wie zuvor

Nach sechs Monaten Sanierungspause fragen sich Fahrgäste der U-Bahn in Frankfurt: Was wurde eigentlich an der Station Dom/Römer gemacht?

Historische Plakate in der U-Bahn freigelegt
Historische Plakate in der Station Dom/Römer. Sie sind erst durch die Arbeiten entdeckt worden. Foto: Rolf Oeser

Ein halbes Jahr lang konnten Fahrgäste nicht an der Station „Dom/Römer“ aussteigen, ein halbes Jahr lang sahen sie im Vorbeifahren, wie Arbeiter an Kabeln hantierten, an Decken schraubten, wie Schutt auf dem Bahnsteig lag.

Mehrfach war die Strecke der U-Bahn-Linien U4 und U5 sogar gesperrt, um den Schutt abzutransportieren und Material zur Station zu bringen. Am 1. August, einem Mittwoch, war es dann soweit: Nach sechs Monaten ging die Station wieder in Betrieb – und während die Fahrgäste etwas ungläubig aus der U-Bahn stiegen und die Rolltreppe betraten, mit der sie so lange nicht gefahren waren, fragten sie sich: Warum sieht es eigentlich so aus wie vor der Sanierung?

Diese Frage hat Bernd Conrads, der Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) häufiger gehört in den letzten Tagen. Die Station sehe „nicht fertig“ aus, hätten sich Fahrgäste auf Facebook, Twitter oder per Mail beschwert.

„Die Ertüchtigungen sind für den Fahrgast nicht alle sichtbar“, sagt der Sprecher, und führt aus: Das sei „durchaus beabsichtigt“ gewesen. „Das Ursprungsdesign sollte nicht verändert werden.“ Die Arbeiten der vergangenen Monate hätten vornehmlich dem Brandschutz gedient. Erneuert worden seien Kabel, die Wasser- und Abwasserleitungen, die Leittechnik und die Belüftung – das alles verbirgt sich in Technikräumen oder hinter Abdeckungen. Für Fahrgäste als Neuerungen zu erkennen seien die Beleuchtung, die Brandschutztüren, die Deckenelemente sowie die Treppe und der Ausgang zum Dom mit vier Rolltreppen. Auch fährt der Aufzug wieder.

Die weißen Emailtafeln, die an den Wänden noch fehlten, würden bis November montiert. Es seien ähnliche Blechpaneele wie jene, die vor der Eröffnung der Station am 26. Mai 1974 angebracht worden seien. Damals strahlte die Station in einem frischen Weiß, was sich 44 Jahre später nicht mehr sagen lässt.

Die Kosten erhöhten sich von fünf auf sechs Millionen Euro, weil der Bauboom die Preise nach oben getrieben habe.

Warum wurde während der Sperrung nicht auch das Erscheinungsbild der Station aufgehübscht? „Eine kosmetische Modernisierung hätte ungleich mehr Geld gekostet und war aus Sicht der VGF nicht nötig“, sagt Conrads. Zu 80 Prozent sei die Station fertig. In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Schirn würden noch die Wände am Ausgang zur Schirn neu gestaltet.

„Wändegucken ist keine Kunst“ - dieser Spruch wird bald verschwunden sein, wie auch Plakate aus dem Jahr 1973, die in der Station zum Vorschein kamen. Da wird für die 25. Buchmesse geworben, für „Jazz im Palmengarten“, wo am 20 September 1973 der Jazz-Posaunist Albert Mangelsdorff mit seinem Quintett auftrat – und Johann Wolfgang Goethe setzt als Schachfigur einen irren Blick auf, falls die Menschen nicht die Frankfurter Museen besuchten. Die Plakatflächen seien an die Firma Ströer vermietet, sagte Conrads. Die Kölner Werbefirma habe vor, die Plakate mit Werbetafeln zu überbauen.

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