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Tunnelsperrung Die Ruhe vor dem Streik

Der erste Tag der S-Bahn-Tunnelsperrung verlief noch ohne größere Probleme. Mit dem für morgen angesetzten Warnstreik jedoch droht in Frankfurt ein Verkehrs-Chaos.

Frankfurter S-Bahn-Tunnel
Der Frankfurter S-Bahn-Tunnel. Foto: dpa

Auf den S-Bahnsteigen am Hauptbahnhof bilden sich immer wieder größere Menschentrauben. Wer in die Innenstadt möchte, dessen Weg endet seit der Sperrung des S-Bahn-Tunnels am Montag erst mal hier. Schnell jedoch wird der Strom der Gestrandeten vom Servicepersonal der Verkehrsgesellschaften weitergeleitet. An Tag eins der Tunnelsperrung läuft noch alles reibungslos.

Bisher seien keine nennenswerten Komplikationen aufgetreten, sagt ein Servicemitarbeiter des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Auch sein Kollege ist noch bester Laune. Die Leute seien größtenteils überrascht, wütend werde kaum einer. „Ich weiß nur nicht, was ich am Mittwoch bei den Warnstreiks den Leuten erzählen soll“, merkt der Mann an. Von oben habe es dazu noch keine Anweisungen gegeben. Er baue darauf, dass der Streik angesichts der Tunnelsperrung nicht genehmigt wird, sagt er, „sonst wird das hier nicht mehr so lustig“.

Während der gesamten Osterferien, vom 26. März bis zum 9. April, und an zwei Wochenenden im Mai verkehren zwischen Haupt- und Südbahnhof keine S-Bahnen. Grund dafür sind Arbeiten an den Stellwerken im Tunnel, der dafür komplett gesperrt werden muss. Um ein Chaos zu verhindern, stehen Mitarbeiter von RMV, der Deutschen Bahn (DB) und der Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) vor Rolltreppen, Fahrplänen und Fahrkartenautomaten. Sie informieren, beantworten Fragen und lotsen die Leute Richtung U-Bahn-Gleis, Bushaltestelle und Fahrradmietstation.

Noch fangen die alternativen Transportmöglichkeiten die Fahrtausfälle gut auf. Die für Mittwoch geplanten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr bereiten dem Servicepersonal der Verkehrsgesellschaften jedoch schon jetzt Sorgen.

Alternativen reichen nicht

Nicht angefahren werden zur Zeit der Tunnelarbeiten die Bahnstationen Taunusanlage, Hauptwache, Konstablerwache, Ostendstraße und Lokalbahnhof. Laut Konzept soll der Verkehr hauptsächlich von den U-Bahnen aufgefangen werden. Die Fahrgäste der besonders stark genutzten Strecke zwischen Hauptbahnhof und Konstablerwache sollen zum Großteil auf die U-Bahnlinien 4 und 5 ausweichen. „Gerade die leistungsstarken U-Bahnen werden mit zusätzlichen Angeboten für die Fahrgäste da sein“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Um bei Verspätungen kurzfristig für Entlastung zu sorgen, stünden zusätzlich Züge bereit. Zudem sollen zum Teil längere U-Bahnen und Busse eingesetzt werden.

Die Fokussierung auf die U-Bahnen als Ersatz könnte jedoch bald zum Problem werden. Für den morgigen Mittwoch planen die Gewerkschaften im öffentlichen Nahverkehr Warnstreiks. Betroffen wären davon auch die U-Bahnen und Straßenbahnen in Frankfurt. Buslinien sollen nach Angaben der Stadt Frankfurt voraussichtlich verkehren. Die Busse seien aber nicht in der Lage, als „Ersatz für die innerstädtischen Bahnlinien“ zu dienen. Dafür böten sie schlicht zu wenig Platz. Sollte es am Mittwoch tatsächlich zu Warnstreiks kommen, droht ein Chaos. Die Stadt warnte schon vorab, das Bestreiken der U-Bahn als „Rückgrat“ des städtischen Nahverkehrsnetzes und als Ersatzverkehr für die S-Bahn werde „viele Fahrgäste schmerzhaft treffen“.

Verstärkt wird daher auch auf die Nutzung von Mietfahrrädern gebaut. Die Bahn bietet für die Zeit der Tunnelsperrung Sondertarife für ihre Mietfahrräder Call-a-Bike. Die erste halbe Stunde der Fahrt soll für Bahnkunden kostenlos sein, die Registrierungsgebühr komplett entfallen. „Das Angebot an Fahrrädern wird schon jetzt gut genutzt“, sagt ein DB-Mitarbeiter an der Mietstation.

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