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Traffiq in Frankfurt Vier Ziele für den Nahverkehr

Tom Reinhold, der neue Geschäftsführer von Traffiq in Frankfurt, will mehr Fahrgäste gewinnen.

Tom Reinhold (l.) und Klaus Oesterling
Tom Reinhold (li.) ist neuer Traffiq-Chef, Klaus Oesterling hat ihn dazu gemacht. Foto: hoyer

Tom Reinhold, der neue Chef der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, hat sich und seine Ideen vorgestellt. Über sich sagte er weniger als über seine Vorstellungen. Nur, dass er im Westend wohne – seine Frau in Berlin – und die beiden zwischen Berlin und Frankfurt pendelten, ließ er sich entlocken.

Reinhold ist 49 Jahre alt, schnittig im blauen Anzug und hat eine helle Stimme. Er ist Typ Unternehmensberater mit Verkehrshintergrund und Managementhorizont: Ingenieurswesen studiert, promoviert; gearbeitet bei der Deutschen Bahn, der Österreichischen Bundesbahn, den Berliner Verkehrsbetrieben. Er folgt dem langjährigen Geschäftsführer Hans-Jörg von Berlepsch nach. Seit Dezember war Reinhold leitender Verkehrsplaner bei Traffiq.

Vier Ziele habe er sich für seine Vertragszeit bis 2023 gesetzt: mehr Fahrgäste gewinnen, den Verkehr wirtschaftlich organisieren, auf Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit setzen, Innovationen fördern.

Mehr Fahrgäste zählt die Nahverkehrsgesellschaft jedes Jahr, was daran liegt, dass Frankfurt wächst. Wirtschaftlichkeit steht bei Traffiq quasi im Programm. Die hundertprozentige Tochter der Stadt muss bei Ausschreibungen den günstigsten Anbieter wählen. Zur Herstellung von Barrierefreiheit ist Frankfurt wie andere Kommunen aufgrund des Personenbeförderungsgesetzes bis 2022 verpflichtet. Bleibt die Innovation. Sie ist neben dem Erstellen von Fahrplänen und dem Durchführen von Ausschreibungen die dritte Aufgabe von Traffiq. Die Nahverkehrsgesellschaft mit rund 90 Mitarbeitern ist auch eine Denkfabrik, die Strategien für den Nahverkehr entwickelt.

So hat Traffiq zuletzt den Stadtverordneten im Verkehrsausschuss ein Strategiepapier vorgestellt, das den Umstieg von Diesel- auf Elektro- und Wasserstoffbusse bis 2030 beschreibt.

„Jeden Euro können wir nur einmal ausgeben“, sagte Tom Reinhold bei seiner Vorstellung, und weiter: Die alternativ angetriebenen Busse seien teurer, und die Technik nicht so ausgereift wie bei Dieselbussen.

Diesen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen zum Trotz setzt Traffiq ab Dezember 2018 fünf Elektrobusse auf der Linie 75 ein. Auch habe die Stadt gemeinsam mit Wiesbaden und Mainz Wasserstoffbusse ausgeschrieben und wolle bis Frühjahr 2019 drei Wasserstoffbusse erwerben, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Außerdem habe die Stadt beim Bund – aus dem Programm Saubere Luft – und beim Land die Förderung von insgesamt 19 Elektrobussen beantragt. Oesterling ist Aufsichtsratsvorsitzender von Traffiq. Er hat im Magistrat alle 27 Bewerbungen für den Posten des Traffiq-Chefs gesichtet. Tom Reinhold, der in seinen früheren Positionen dem freien Wettbewerb im Nahverkehr das Wort redete, stellte sich auf Oesterling, der Direktvergaben bevorzugt, ein.

Es sei eine politische Entscheidung, wie Traffiq den Wettbewerb organisiere, per Direktvergabe oder öffentlicher Ausschreibung, sagte Reinhold. „Wenn die Politik sich für andere Wege entscheidet, wird es andere Wege geben.“

Oesterling kündigte an, nach dem Sommer die Entscheidung über den Ausbau der Linie U4 zwischen Ginnheim und Bockenheim herbeiführen zu wollen.

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