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Streik im Nahverkehr Frankfurter stehen im Regen

Der Streik im Frankfurter Nahverkehr fällt ausgerechnet auf einen Regentag. Das musste an diesem Freitag ja so kommen.

Im Regen stehen gelassen: Teilweise können die überfüllten Busse kaum noch Reisende aufnehmen. Foto: Christoph Boeckheler

Über Frankfurt hängen dicke, schwere Wolken. Der Nieselregen, der sich rasch in prasselnde Nässe verwandelt, schlägt einem unangenehm ins Gesicht. Gerade als man sich an die fast sommerlichen Temperaturen gewöhnt hat, muss man den dünnen Mantel wieder enger um den Körper schlingen, um sich warmzuhalten. Ein Blick in den Kalender und ein weiterer Seufzer entfährt: Freitag, der 13. Ausgerechnet. Passend zum Wetter und zum vermeintlichen Unglückstag haben die Frankfurterinnen und Frankfurter ein weiteres Mal mit dem Nahverkehr zu kämpfen. Wegen des erneuten Warnstreiks im öffentlichen Dienst stehen am Freitag alle U- und Straßenbahnen still.

Pech, dass dieser Streik ausgerechnet auf den einzigen Regentag in der Woche fällt. Ungern möchte man bei diesem Wetter auf die Vielzahl von Leihfahrrädern zurückgreifen, die an jeder Ecke zu finden sind. Nur einige Mutige schwingen sich trotz des Regens auf die bunten Drahtesel. Auch ein Fußweg erscheint bei Dauerregen und teichähnlichen Pfützen nicht sehr verlockend. „Anders geht es nun mal heute nicht“, sagt eine Passantin, die unter ihrem Regenschirm hervorlugt. Den fünfzehnminütigen Weg zur Arbeit, den sie sonst mit der U-Bahn zurücklegt, läuft sie heute. „Gut für die Abwehrkräfte“, lacht sie.

Überfüllte Busse

Glück haben vor allem diejenigen, deren Ziel mit der S-Bahn erreichbar ist. Bei dem Warnstreik vor knapp zwei Wochen, der im Übrigen auch auf einen Regentag fiel, war aufgrund der Tunnelsperrung am Frankfurter Hauptbahnhof auch der S-Bahn- Verkehr zwischen Hauptbahnhof und Südbahnhof ausgefallen. Am Freitag fahren alle Linien der S-Bahn regulär. Zwar sind die Waggons gut gefüllt, hier und da wird es etwas enger, trotzdem ist die S-Bahn am Streiktag die bequemste Alternative, sich vorwärts zu bewegen.

Weniger entspannt ist die Lage in den überfüllten Bussen im Stadtgebiet. An einigen Haltestellen können keine neuen Fahrgäste einsteigen, andere wiederum haben Mühe, sich ihren Weg durch die Menschen wieder hinauszubahnen. Das führt nicht nur bei den Passagieren zu schlechter Laune, sondern auch bei den Busfahrern, die damit zu kämpfen haben, bei der Masse der Menschen ihre Bustüren wieder zu schließen.

Einfluss hat der Streik vor allem auf den Straßenverkehr in Frankfurt. Offenbar haben viele Pendler sich dafür entschieden, das Auto zu nehmen, insbesondere mit Blick auf das Wetter. An manchen Orten kommt der Verkehr für eine Weile zum Stocken und es entstehen kleinere Staus, von denen auch die Busse in der Stadt betroffen sind. Auf der Friedberger Anlage in Richtung Friedberger Tor stauen sich die Autos zeitweise auf einigen Hundert Metern und geben ein Hupkonzert zum Besten.

In Offenbach werden am Freitag die Kitas des Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach (EKO) bestreikt. 184 Angestellte und Betriebspraktikanten machen nach Angaben der Stadt von ihrem Streikrecht Gebrauch, 21 von 29 städtischen Kitas bleiben geschlossen. Wer keine alternative Betreuung für seine Kinder findet, für den organisiert der EKO eine Notbetreuung durch Mitarbeiter, die sich nicht am Streik beteiligen. „Das hat super geklappt“, lautet am Freitagmittag das Resümee der pädagogischen Leitung des EKO, Ursula Veith. 155 Kinder können so in Offenbach auch am Streik-Freitag betreut werden. Nicht bestreikt wird – entgegen anderslautender Meldungen vom Vortag – die Buslinie 103 zwischen Bornheim und Offenbach. „Die Linie ist gefahren“, so ein Sprecher der Offenbacher Verkehrsbetriebe.

Ab Samstag läuft der Nahverkehr in Frankfurt wieder regulär. Und auch das Wetter wird nach dem Ausreißer am Freitag wieder sonnig und freundlich. (mit fab)

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