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Straßenbahnsperrung Frankfurt VGF nimmt Kunden nicht ernst

Die Fahrgäste sind von der Straßenbahnsperrung am Frankfurter Hauptbahnhof überfordert und fühlen sich schlecht informiert. Die VGF sieht das anders. Ein Kommentar.

30.08.2016 09:50
Franzisca Basche
Pendler, die auf Hilfe der VGF hoffen, werden enttäuscht: Die Informationsstellen haben geschlossen, Auskünfte Fehlanzeige. Foto: Franzisca Basche

Sechs Wochen lang war der zentrale Frankfurter S-Bahntunnel gesperrt.  Die Bauarbeiten an der U5 dauern voraussichtlich sechs Wochen länger als geplant. Und als ob das nicht schon genug wäre, fahren seit Montag für zwei Wochen keine Straßenbahnen vom Frankfurter Hauptbahnhof mehr, weil die VGF Gleise tauscht. Der Hauptbahnhof ist mit 100.000 Straßenbahn-Fahrgästen täglich ein zentraler Knotenpunkt. Ersatzbusse gibt es keine.

Das führte am Montagmorgen zu viel Chaos im öffentlichen Nahverkehr und zum Unmut vieler Pendler. Denn die Informationskette der VGF lässt stark zu wünschen übrig. Die wenigen Kundenberater der VGF, die am Montagmorgen überhaupt am Bahnhof anzutreffen waren, waren ebenso planlos wie die meisten Pendler, die vom Straßenbahnchaos überrascht wurden.  Auskünfte waren nur schwer zu bekommen, die Infoschalter blieben geschlossen.

Die VGF selbst scheint das Problem nicht allzu ernst zu nehmen: „In ein paar Tagen schleift sich das ein“, glaubt VGF-Sprecher Bernd Conrads.  Fehler räumt er keine ein. Es seien genügend Kundenberater platziert und Hinweisschilder ausgehängt worden. Das haben die Fahrgäste, die am Montagmorgen hilfesuchend an den Straßenbahnhaltestellen herumirrten, vermutlich anders gesehen.

Der neue Verkehrsdezernet Klaus Oesterling wurde nach eigener Aussage erst nach seinem Amtsantritt im Juli über die Sperrung der Straßenbahngleise am Frankfurter Hauptbahnhof informiert.  Die Defizite beim Informationsfluss innerhalb der VGF will er in den kommenden Wochen aufarbeiten.

Das hilft weder den verärgerten Fahrgästen vom Montagmorgen, die sich mal wieder selbst um Auskünfte bemühen mussten, noch den Zeitkarteninhabern, die bisher vergeblich auf Entschädigung hoffen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Defizite in Zukunft verringern. Genug Baustellen, über die die VGF und die Stadt Frankfurt Fahrgäste informieren müssten, wird es zumindest geben. Spätestens in den Sommerferien 2018 steht schließlich die erneute Sperrung des S-Bahntunnels an und ob der Ausbau der Straßenbahnschienen reibungslos verläuft, bleibt ebenfalls abzuwarten.

Die VGF würde jedenfalls gut daran tun, den Unmut ihrer Kunden ernst zu nehmen und Rückschlüsse daraus zu ziehen.

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