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Straßenbahnen in Frankfurt Tram 14 fährt bis ins Gallus

Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember ändern sich die Strecken der Straßenbahnen 14 und 18. Mit Karmeliterkloster und Gustavsburgplatz kommen in Frankfurt zwei neue Tram-Haltestellen hinzu.

Tram der Linie 14
Künftig fährt die Linie 14 durch die Altstadt. Foto: Christoph Boeckheler

Fahrgäste, die im Berufsverkehr mit der Straßenbahn ins Gallus fahren, bietet sich stets das gleiche Bild. Die Sitzplätze sind besetzt, Menschen stehen dicht gedrängt in den Gängen. „Die Straßenbahnlinien 11 und 21 auf der Mainzer Landstraße sind völlig überlastet“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Die Zahl der Fahrgäste sei von 2010 bis 2017 zwischen Hauptbahnhof und Galluswarte um 9000 auf 32 000 Fahrgäste am Tag gestiegen. Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember soll sich die Situation entschärfen. Dann kommt eine dritte Straßenbahnlinie hinzu.

Die Linie 14 fährt künftig im Berufsverkehr alle zehn Minuten vom Ernst-May-Platz in Bornheim zum Zoo, in die Altstadt, über den Hauptbahnhof zur Galluswarte und weiter in die Kleyerstraße, wo sie an den Haltestellen Kriegkstraße, Ordnungsamt und Gallus-Gustavsburgplatz hält. Eröffungsfahrt ist bereits am 8. Dezember. Die neue Endhaltestelle Gustavsburgplatz baut die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) derzeit noch, sie soll am 17. November fertig sein. Als Ersatz für die Linie 14 fährt die 18 künftig von Preungesheim-Gravensteiner Platz über Konstablerwache, Lokalbahnhof, Südbahnhof zum Bahnhof Louisa – im Berufsverkehr alle siebeneinhalb Minuten.

VGF setzt alte Trams zur Entlastung ein

Sowohl auf der Altstadtstrecke als auch auf der Mainzer Landstraße sind ab Dezember drei Straßenbahnlinien unterwegs. Zwischen Willy-Brandt-Platz und Römer/Paulskirche kommt außerdem die neue Haltestelle Karmeliterkloster hinzu.

Als Grund für die Netzerweiterung nennt Oesterling die zunehmende Bebauung im Gallus und in der Altstadt. Zwischen Güterplatz und Rebstöcker Straße entstünden bis zu 2000 neue Wohnungen; in der Altstadt seien das Maintor-Areal auf dem ehemaligen Degussa-Gelände und die Kornmarkt-Arkaden auf dem Areal des früheren Bundesrechnungshofs bald fertig. „Das wird zu einer erheblichen Zunahme des Verkehrs führen.“ Tom Reinhold, Geschäftsführer der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, rechnet allein im Abschnitt zwischen Gustavsburgplatz und Galluswarte mit einer Verdopplung der Fahrgastzahlen. 

Rückschritt für Barrierefreiheit

Da die VGF derzeit nicht genügend moderne Straßenbahnen besitzt, um die Netzerweiterung zu stemmen, setzt sie künftig alte Trams ein. Fünf Straßenbahnen vom Typ P aus den 1970er Jahren fahren von Dezember an auf den Linien 17 und 18. Diese alten Wagen sind nicht barrierefrei. Ihren geplanten Einsatz hatte die Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft (FBAG) zuvor kritisiert.

Die nicht barrierefreien Wagen würden auf den Linien montags bis freitags im Wechsel mit barrierefreien Straßenbahnen fahren, sodass Fahrgäste im Rollstuhl maximal eine Viertelstunde auf die nächste Tram warten müssten, sagt Oesterling. Ab Dezember 2020 sollen neue Straßenbahnen vom Typ T in Frankfurt im Einsatz sein – sie sind bereits bestellt. Dann würden die P-Wagen außer Betrieb genommen. 

Auch der Nachtverkehr in Frankfurt wird ab dem 9. Dezember ausgeweitet. Vier U-Bahn-Linien und vier Straßenbahnlinien fahren künftig alle halbe Stunde in den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen. Konkret sind es die Linien U4 von der Bockenheimer Warte zur Seckbacher Landstraße, die U5 vom Hauptbahnhof nach Preungesheim, die U7 von der Heerstraße nach Enkheim, die U8 vom Südbahnhof nach Nieder-Eschbach.

Bei den Straßenbahnen fahren nachts künftig die Linien 11 von Höchst-Zuckschwerdtstraße nach Fechenheim-Schießhüttenstraße, die 12 von Schwanheim zur Konstablerwache, die 16 von Ginnheim nach Offenbach-Stadtgrenze und die 18 von der Konstablerwache zum Gravensteiner Platz. Weitere Änderungen im Fahrplan will Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) demnächst bekanntgeben – wenn er aus China zurück ist. 

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