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Sperrung S-Bahn-Tunnel S-Bahn-Tunnel wieder offen

Die S-Bahnen fahren wieder durch den Frankfurter Tunnel. Die Fahrgäste überstehen die Sperrung in vollen Trams und teils auf komplizierten Wegen.

Im Tunnel wurde gearbeitet. Foto: Andreas Arnold

Geschafft. Alles geschafft, versichert Thomas Bischoff, Sprecher der Deutschen Bahn. Das geplante Arbeitspensum sei erledigt. Seit heute können die S-Bahnen wieder durch die Röhre rauschen. Die S1 von Offenbach nach Wiesbaden war die erste. Und wenn jetzt nach den Osterferien der Berufsverkehr wieder richtig brummt, ist schnell vergessen, dass der eine oder andere Fahrgast in den vergangenen zwei Wochen auf komplizierten Wegen und oft länger als gewohnt unterwegs war: Der Frankfurter S-Bahn-Tunnel ist wieder offen. Endlich. Auch die S-Bahn-freie Zeit zwischen Nieder-Wöllstadt und Friedberg ist vorbei.

Zweifellos. Dass das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt blockierte war, spürten die Menschen in der Stadt. Die U-Bahnen waren voller als üblich. In den Straßenbahnen, die die Galluswarte anfahren, drängte sich das Volk. Thomas Kraft, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn zieht denn auch eine „gemischte Bilanz“.

Er lobt: Insbesondere in der Haupthalle des Hauptbahnhofs habe die Bahn viel Servicepersonal eingesetzt, an das sich die Fahrgäste wenden konnten. „Unbefriedigend“ bleibe jedoch die Lösung an der Galluswarte. Der Großteil der S-Bahnen endete dort. Fahrgäste in Richtung City mussten auf die Straßenbahnlinien 11 und 21 umsteigen. Anders als während der ersten Sperrung im Hochsommer 2015 hätten deren Kapazitäten diesmal nicht ausgereicht.

Mehr S-Bahnen?

„In den Tagen nach Ostern waren wohl mehr Berufstätige unterwegs“, sagt der Vorsitzende des Landesverbands, bei dem zahlreiche Beschwerden eingingen. „Ein Fahrgast sprach von Hauen und Stechen wie auf einem Rugbyfeld.“ Hier bedürfe es für die künftigen Sperrungen „deutlicher Verstärkungen“ und einer Überprüfung, ob nicht doch mehr S-Bahnen zumindest in den Hauptbahnhof einfahren könnten.

Ein Vorschlag, mit dem Pro Bahn schon im vergangenen Herbst beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) scheiterte. Der Fahrgastverband hatte einen Expressbus vom Gallus in die Innenstadt angeregt. Doch damit sei den Fahrgästen nicht geholfen, begründet RMV-Sprecher Sven Hirschler die Absage: „Auf der Mainzer Landstraße ist Dauerstau.“ Mehr Trams? „Die Zahl der Fahrzeuge und Fahrer ist endlich“, informiert Bernd Conrads von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Und eben mal einen Wagen anhängen – das scheitere an der Länge der Bahnsteige. „Die Leute müssten dann im Gebüsch aussteigen.“ Und das will ja wohl keiner. Conrads räumt ein: „In Einzelfällen war es sehr voll.“ Doch noch erträglich für die 14 Tagen. „Mehrere Monate kann man das den Fahrgästen nicht zumuten.“ Zum Glück ist Derartiges nicht in Planung.

Nach Beobachtung des RMV haben die Kunden die Tunnelsperrung relativ schadlos überstanden. Zu verdanken sei das wohl auch den knapp 50 RMV-Mitarbeitern, die speziell bei Touristen und Messegästen stark gefragt waren. Die stärksten Auswirkungen seien im Flughafenzubringer spürbar gewesen, sagt Hirschler. „Die Züge waren deutlich voller.“ Überraschend hoch seien die Nutzerzahlen der Homepage gewesen: „Bis Freitag hatten wir 120 000 Zugriffe.“

Die Internetseite, die unter anderem den aktuellen Baufortschritt dokumentiert, wird noch geraume Zeit in Betrieb sein. Denn gearbeitet wird weiter. Jetzt erstmals nachts, in den Sommerferien dann auch wieder tagsüber. Auch danach ist noch nicht Schluss. Erst nach der Sommersperrung 2018 soll das neue Stellwerk in Betrieb gehen. Deshalb gilt auch jetzt wieder: Nach der Tunnelsperrung ist vor der Tunnelsperrung.

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