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Schienenverkehr Bahn macht 360 Millionen locker

Für Erneuerung und Ausbau der Infrastruktur nimmt die Bahn in Hessen viel Geld in die Hand. Während der umfangreichen Bauarbeiten kommt es zu Verspätungen und Ausfällen - das dürfte die Fahrgäste kaum freuen.

Auch die holprigen Bahnsteige im Hauptbahnhof sollen neue Bodenbeläge bekommen. Foto: Peter Jülich

Reisende wollen, dass ihre Bahn pünktlich abfährt und ohne Verspätung ins Ziel kommt. Die Bahnhöfe sollten nicht heruntergekommen wirken und für Gehbehinderte zugänglich sein. Um dem näherzukommen, investiert die Deutsche Bahn in diesem Jahr in Hessen rund 360 Millionen Euro in das Bestandsnetz. Der „größte Batzen“ gehe in den Oberbau – Schienen und Weichen –, sagte Klaus Vornhusen, der Bahn-Bevollmächtige für Hessen. Auch Tunnel, Brücken und Stellwerke würden erneuert.

Unübersehbar ist, wenn die Bahn ab dem 27. März den Frankfurter S-Bahn-Tunnel sperrt. Um ein neues elektronisches Stellwerk einzubauen, fahren zwei Wochen lang in den Osterferien keine S-Bahnen durch die Innenstadt. In dieser Zeit verlegt die Bahn Kabel, Weichen, Schienen in der 6,4 Kilometer langen Röhre zwischen Hauptbahnhof und Mühlberg. Im Sommer 2016 und 2018 stehen weitere Totalsperrungen an. Fahrgäste müssen auf U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse ausweichen.

Weil Weichen ein „neuralgischer Punkt“ für Störungen seien, würden künftig rund 4200 Weichen per Ferndiagnose überwacht, „um Schäden zu beheben, bevor sie auftreten“, sagte Gisbert Brauner, der für das Bahnnetz in Hessen verantwortlich ist. Allein rund um Frankfurt würden 1000 Geräte verbaut. Auch in Nidda-Stockheim errichtet die Bahn ab März ein neues, elektronisches Stellwerk.

Neue Gleise und Weichen

Für die Sommerferien kündigte die Bahn an, neue Gleise zwischen Mörfelden, Frankfurt-Stadion und Flughafen-Fernbahnhof zu verlegen. Der Nahverkehr fährt eingleisig und verspätet sich um acht Minuten. Weitere Gleiserneuerungen sind zwischen Friedberg und Nieder-Wöllstadt (S-Bahn-Linie S6), Bad Nauheim und Friedberg und auf der Main-Weser-Bahn bei Gießen geplant.

Für elf Millionen Euro erhält der Bahnhof in Höchst neue Dächer, Bahnsteige, Aufzüge. Die Unterführung wird in Absprache mit dem Denkmalschutz erneuert. Der Südbahnhof soll ab 2017 barrierefrei werden, für fünf Millionen Euro. Im Frankfurter Hauptbahnhof erneuert die Bahn in diesem Jahr die Bahnsteige an den Gleisen 2/3 und 14/15 und stattet sie mit neuen Böden und Dächern aus.

Für den Neu- und Ausbau des Schienennetzes will die Bahn bis 2019 rund 500 Millionen Euro ausgeben, kündigte Vornhusen an. Als Beispiele nannte er die neue S-Bahn-Verbindung von Frankfurt ins Büroviertel Gateway Gardens am Flughafen ab 2019 und den Ausbau der Strecke von Frankfurt nach Bad Vilbel.

Entlang der Main-Weser-Strecke von Frankfurt in Richtung Kassel fließt Geld in die Erneuerung der Bahnhöfe in Borken, Wabern und Friedberg. Auf der Main-Neckar-Bahn von Frankfurt in Richtung Darmstadt werden die Stationen Darmstadt-Nord, Bickenbach (Bergstraße) und Darmstadt-Süd erneuert, auf der Kinzigtalbahn in Richtung Fulda die Bahnhöfe Schlüchtern und Bad Soden-Salmünster. Bereits modernisiert worden sind die Bahnhöfe in Bebra, Babenhausen und Marburg – den letzteren hat die „Allianz pro Schiene“ zum Bahnhof des Jahres 2015 gekürt.

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