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S6 Bahn bereitet Ausbau vor

Für den viergleisigen Ausbau der S6 von Frankfurt nach Bad Vilbel kauft die Bahn Grundstücke auf. Die Initiative Bahnane warnt davor, überstürzt auf die Angebote einzugehen.

Die Station Berkersheim soll im Zuge des Ausbaus barrierefrei werden – wie auch weitere Haltestellen. Foto: Rolf Oeser

Für den viergleisigen Ausbau der S6 von Frankfurt nach Bad Vilbel kauft die Deutsche Bahn derzeit Grundstücke auf. 89 Inhaber von Ackerflächen und Gärten seien angeschrieben worden. Mit einigen wurden ein Einigung erzielt. „Teils geht es darum, uns die Nutzungsrechte für einen Zeitraum einräumen, teils darum, die Grundstücke zu erwerben“, sagte ein Bahnsprecher. Eine Enteignung habe es bisher in keinem Fall gegeben. „Wir streben eine gütliche Einigung an“, so der Sprecher.

Die Initiative Bahnane warnt davor, überstürzt auf die Angebote einzugehen. Die angebotenen Beträge lägen „unter den marktüblichen Preisen“, sagte der Sprecher Michael Hub, der seit Jahren vor steigenden Güterzugzahlen nach dem Ausbau an der S-6-Strecke warnt. Etwa drei Dutzend Grundstückseigentümer seien zur Beratung auf ihn zugekommen, sagte er. Die Initiative biete Sprechstunden an, unter info@bahnane.net. Hub wies darauf hin, dass über Klagen gegen den Ausbau der Schienenstrecke noch nicht entschieden sei. Einen möglichen Gerichtstermin sieht er nicht vor Ende nächsten Jahres kommen. Bis darüber entschieden sei, bestehe „kein Baurecht“.

Das sehen die Bahn und das Land Hessen anders. „Es besteht Baurecht“, so der Bahnsprecher. Das hessische Verkehrsministerium präzisierte: Das formale Baurecht hätten der Verwaltungsgerichtshof Kassel 2011 und das Bundesverwaltungsgericht Leipzig 2013 bestätigt. Einzig das Planänderungsverfahren zum Erschütterungsschutz müsse „abschließend bearbeitet“ werden. Einen Baubeginn sagt das Land für Herbst des kommenden Jahres voraus.

Es zählt die Vorteile des Ausbaus auf: Die S6 bekomme auf 12,6 Kilometern zwischen Frankfurt und Bad Vilbel eigene Gleise. Dadurch komme ein regelmäßiger Viertelstundentakt zustande. Derzeit gebe es Verzögerungen auf der Strecke, weil schnellere Regionalbahnen und Güterzüge die S-Bahnen überholten. Das wirke sich auf weitere S-Bahnen im Frankfurter Citytunnel aus.

Die Stationen in Eschersheim, Frankfurter Berg, Berkersheim, Bad Vilbel Süd und Bad Vilbel würden im Zuge des Ausbaus barrierefrei umgebaut. Neu hinzu komme der S-Bahn-Halt in Ginnheim. Die Bauzeit setzt die Bahn mit fünf Jahren an. Die Kosten, die derzeit bei 323 Millionen Euro liegen, könnten weiter steigen.

Überhöhte Kosten könnten zum Aus für den Ausbau führen, betonte Michael Hub. Dann, wenn die Kosten den Nutzen überstiegen. Er forderte eine neue Kosten-Nutzung-Rechnung für das Projekt ein. Dass laut Bahn 91 Güterzüge pro Tag auf der Strecke fahren würden, hält er für untertrieben. Er fürchtet eine Güterzug-Magistrale.

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