Lade Inhalte...

S-Bahn in Frankfurt Lockeres Schild führt zu Großstörung

Da sich ein Stationsschild an der Haltestelle Taunusanlage gelockert hat, kommt es am Montagmorgen im Berufsverkehr eineinhalb Stunden lang zu einer Großstörung.

Im Frankfurter S-Bahn-Tunnel kommt es zu einer Großstörung. Grund dafür ist ein Schild, das sich gelockert hatte. Foto: peter-juelich.com

Die Woche ging gut los: Tausende S-Bahn-Nutzer sind am Montagmorgen zu spät zur Arbeit gekommen. 78 Züge waren verspätet, 27 fielen teilweise aus, zwölf komplett, informierte eine Bahnsprecherin. Grund für die Großstörung war ein Stationsschild an Gleis 2 der unterirdischen Haltestelle Taunusanlage. Es hatte sich gelockert; deshalb durfte das Gleis Richtung Hauptbahnhof eineinhalb Stunden lang nicht genutzt werden. So lange dauerte es, bis die Techniker angerückt waren, um den Schaden zu reparieren.

Stefan K. ist stinksauer: „Hätte ich von der Störung schon an meinem Bahnhof erfahren, hätte ich einfach die U-Bahn nach Frankfurt genommen“, sagt der Oberurseler. Erst kurz vor Rödelheim hatte der S-Bahn-Fahrer die Passagiere informiert, dass der Zug dort endet. Am selben Halt war Andrea H. aus Friedrichsdorf gestrandet. „45 Minuten stand ich rum, ohne jede Information.“ Die RMV-Homepage habe ihr auch nicht geholfen, eine Alternative zu finden. Im Nachhinein ist sie schlauer: „Ich hätte die Taunusbahn bis zum Hauptbahnhof nehmen und von dort zu Fuß ins Büro im Gallusviertel gehen sollen.“

Auch Frankfurter waren betroffen: Nachdem am Westbahnhof mehrere angekündigte Bahnen nicht kamen, gab Florian L. entnervt auf und marschierte die halbe Stunde ins Büro. „Die Leihfahrräder waren alle ausgebucht, und ich fühlte mich echt schlecht informiert.“

Der Notfallplan trat um 8.38 Uhr in Kraft, informiert die Bahnsprecherin. Um 10 Uhr hatten die Techniker das Schild mit der Aufschrift „Taunusanlage“ dann wieder ordnungsgemäß montiert. In diesen anderthalb Stunden war das Gleis Richtung Hauptbahnhof total lahmgelegt. Züge verkehrten zwar in beide Richtungen, doch sie mussten sich alle das übriggebliebene Gleis teilen. Um Staus im Innenstadttunnel zu vermeiden, dünnte die Bahn den Fahrplan kräftig aus: Die S5 und S6 verkehrten nicht zwischen Südbahnhof und Hauptbahnhof. Die Linien 3, 4, 8 und 9 waren nach Auskunft der Bahnsprecherin nicht betroffen. Für die S6 aus Friedberg war oben am Hauptbahnhof Schluss, weshalb sie weder Messe noch Galluswarte bedienen konnte. Für manche S1 und S2 war bereits in Griesheim beziehungsweise Offenbach Endstation.

Zu den Beschwerden über mangelnde Informationen sagt die Bahn-Sprecherin: „Wenn das nicht geklappt hat, dann tut uns das leid.“ Das Unternehmen bemühe sich redlich, die Kunden nicht im Ungewissen zu lassen. „Wir haben den Anspruch, dass die Informationen weitergegeben werden.“
Erfahrene S-Bahn-Kunden wissen: Das klappt eher selten. Auch am Montag kündigten die Schilder Züge an, die dann nicht kamen. Und auch die Recherche-Ergebnisse der Smartphone-Inhaber blieben meist dürftig.

Das Problem Informationspolitik ist auch ein Dauerbrenner für den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). „Dieses Jahr haben wir eine sechsstellige Summe bereitgestellt, um eine einheitliche Datendrehscheibe zu installieren“, sagt Sprecher Sven Hirschler. Nicht nur die Deutsche Bahn fährt im Auftrag des RMV, sondern auch private Bahnbetreiber und eine Vielzahl von Busunternehmen sind im Netz unterwegs. Deren Daten alle auf ein qualitativ hohes Niveau zu bringen und dem Kunden am Ende zugänglich zu machen, ist das große Ziel. Dazu müsste allerdings zunächst der Informationsfluss intern funktionieren. Und es scheint, dass die Deutsche Bahn da noch einigen Nachholbedarf hat.

Bis es zu diesem Gesamtkunstwerk kommt, empfiehlt RMV-Sprecher Hirschler, morgens vor Verlassen des Hauses die RMV-App anzuschauen. Sie informiere schon jetzt über Störungen und zeige Ausweichmöglichkeiten an.

Eins hat der Montag wieder mal gezeigt: Auf die Ansagen und Informationstafeln am Bahnhof sollte man sich nicht verlassen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen