Lade Inhalte...

Rödermark Dreieichbahn soll S-Bahn werden

Die Stadtparlamente in Rödermark und Dreieich setzen sich für Ausbau und Elektrifizierung der Schienenverbindung ein.

Dreieichbahn
Die eingleisige Dreieichbahn-Strecke soll nach dem Willen der Dreieicher und Rödermärker zweigleisig ausgebaut werden. Foto: Renate Hoyer

Die Rödermärker und die Dreieicher sind sich einig: Die Strecke der sogenannten Dreieichbahn sollte mittelfristig zur S-Bahn-Linie ausgebaut werden. In der vergangenen Sitzung hat das Rödermärker Stadtparlament dieser Forderung durch einen interfraktionellen Antrag Nachdruck verliehen – nachdem die Dreieicher bereits Ende November 2016 im Stadtparlament einen entsprechenden Beschluss gefasst hatten.

Da Verkehrsprojekte bekanntlich eine lange Vorlaufzeit haben, wollen sich die beiden Stadtparlamente bereits jetzt bei den zuständigen Stellen – insbesondere beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) – für einen Ausbau der Schienenverbindung zwischen Dreieich-Buchschlag und Dieburg einzusetzen.

Noch verläuft die Strecke der Dreieichbahn eingleisig mit wenigen Ausweichpunkten und ist auch nicht elektrifiziert. Die Fahrzeuge sind nach wie vor dieselbetrieben. Im Sommer 2016 trat der neue Fahrplan in Kraft, der durch die vom RMV beauftragte DB-Regio bis zum Jahr 2027 gesichert ist. Erst nach dem Auslaufen dieses Vertrages kann dann der Wunsch der beiden Stadtparlamente greifen.

Schon heute steht die Dreieichbahn am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Das wiegt umso schwerer, als sie vom Frankfurter Hauptbahnhof aus viele Kommunen und Ortsteile im Kreis Offenbach erschließt, in denen in den nächsten Jahren mit Bevölkerungswachstum gerechnet wird: Dreieich-Sprendlingen, -Weibelfeld, -Dreieichenhain, -Götzenhain, -Offenthal, Rödermark-Urberach und -Ober-Roden. Dann fährt der Zug in den Nachbarlandkreis Darmstadt-Dieburg, hält in Eppertshausen, Münster und schließlich in Dieburg.

In Rödermark hatte die Kooperation aus CDU und Andere Liste/Die Grünen in der jüngsten Stadtverordnetensitzung beantragt, den Vorstoß des Dreieicher Stadtrats Martin Burlon (parteilos) mit einer ähnlich lautenden Vorlage zu unterstützen. Der Antrag solle möglichst einstimmig verabschiedet werden, um so ein Zeichen zu setzen, dass die Anrainerkommunen der Dreieichbahn an einem Strang ziehen, forderte Ralph Hartung (CDU). Bürgermeister Roland Kern (AL/Grüne) ergänzte, er habe Mitte Januar mit Burlon gesprochen. Man war sich dabei einig, an einem Strang zu ziehen und ein gemeinsames Schreiben an den RMV zu richten. „Dieburg werden wir mit einbeziehen“, kündigte Kern an. So könnten bald die ersten Machbarkeitsstudien eingeholt werden.

„Ob wir den doppelgleisigen Ausbau noch erleben, ist fraglich“, meinte Christian Bombelka (FDP). Möglicherweise werde etwas versprochen, „was nie gehalten wird“. Das brachte Ersten Stadtrat Jörg Rotter (CDU) auf die Palme. „Es gibt Dinge, die alternativlos sind“, sagte er. Das Rhein-Main-Gebiet werde wachsen, „und so viele Straßen können wir gar nicht bauen“. Deshalb müsse man diesen „mutigen Weg“ gehen. Hier werde nichts versprochen, sondern nur angestoßen, machte auch Samuel Diekmann (SPD) klar.

Es gehe um Visionen und als Fernziel darum, die Regionaltangente West bis Dieburg durchzuführen, erklärte Stefan Gerl (AL/Grüne). Man müsse anders als in den 1960er-Jahren über die Kreisgrenze hinaus denken.

Michael Gensert (CDU) machte schließlich das Angebot, den Antrag der Kooperation zum Antrag aller Fraktionen zu erheben. Damit konnte sich nach drei Minuten Bedenkzeit auch die FDP anfreunden.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen