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RMV Ticket in der Stadt wird billiger

1. Update Der RMV wird die Preise für die Fahrkarten leicht erhöhen. Zugleich wird es jedoch eine Deckelung für die nächsten drei Jahre geben.Frankfurt geht einen eigenen Weg.

RMV-Fahrkarten
Verschiedene RMV-Fahrkarten (Symbolfoto). Foto: Arne Dedert (dpa)

Wer in Frankfurt ab und an Bus und Bahn nutzt, muss vom nächsten Jahr an weniger zahlen. Für Senioren gibt es zudem ein Jahresticket zum Preis von 550 Euro, mit dem sie nach 9 Uhr in der zweiten Klasse unterwegs sein können. Auch Gelegenheitskunden in Wiesbaden und Mainz bleiben von der allgemeinen Fahrpreiserhöhung im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zum 1. Januar verschont. Die fällt mit durchschnittlich 1,5 Prozent ungewöhnlich niedrig aus und ist für drei Jahre gedeckelt, was ebenfalls historisch einmalig ist.

Der RMV-Aufsichtsrat hat am Dienstag in Bad Homburg noch einige Beschlüsse mehr getroffen. Die waren den Akteuren so wichtig, dass die Spitze anschließend in Frankfurt die Presse darüber informierte. Besonders gravierend: die Preissenkungen bei den Tageskarten und der Frankfurter Alleingang beim Seniorenticket. RMV-Aufsichtratsvorsitzender und Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD) gehen davon aus, dass diese Angebote zusätzliche Fahrgäste bringen werden. Wenn nicht, muss die Stadt beim RMV für die Einnahmeeinbußen geradestehen. „Das Ausfallrisiko wird auf rund drei Millionen Euro im Jahr geschätzt“, sagte Oesterling.

Während die Frankfurter Grünen die Entscheidung begrüßten, fühlte sich die CDU als dritter Partner in der Römer-Koalition überrumpelt: Das sei nicht abgesprochen, Feldmann als RMV-Aufsichtsratsvorsitzender wolle davon ablenken, dass er die allgemeine Preissteigerung um 1,5 Prozent nicht habe verhindern können, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Michael zu Löwenstein. „Dieses Bonbon für die Wähler sollen die Frankfurter Steuerzahler in Millionenhöhe finanzieren.“

Auch innerhalb des 27-köpfigen Aufsichtsrats gab es Differenzen. Zwei Mitglieder enthielten sich, zwei weitere stimmten gegen den Frankfurter Sonderweg. Vize-Aufsichtsratsvorsitzender und Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU) betonte, es sei wichtig, dass der Gesamtverbund zusammenbleibe. Dies sei ein „guter Kompromiss“. Zwischen Ballungsraum und Land gebe es „unterschiedliche Interessenlagen und Anliegen“. Ein Seniorenticket à la Frankfurt eigne sich nur dort, wo es ein gutes Angebot an Bus und Bahnen gebe. „Für den ländlichen Raum brauchen wir andere Antworten.“

Dies sei eine Zukunftsaufgabe des RMV, der zudem Modelle finden müsse, um die großen Preissprünge zwischen den Tarifgebieten zu mindern. So wie die Weiterentwicklung des RMV-Smart-Tarifs: Zum 1. Oktober gehe ein zweites Angebot namens RMVsmart50 an den Start, kündigte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat an.

Der Aufsichtsrat machte auch den Weg für neue Bahnen im sogenannten Taunusnetz frei, das den Hochtaunuskreis, den Main-Taunus-Kreis und Frankfurt-Höchst berührt. In fünf Jahren sollen dort 26 Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb verkehren.

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