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RMV S-Bahnen sind weiter unpünktlich

Der RMV hat sein selbstgestecktes Pünktlichkeitsziel nicht erreicht: Jede zehnte Bahn kommt zu spät. Daran ändert auch der neue Tunnel wenig.

Pendler in Frankfurt am Main
Die Sanierung des S-Bahn-Tunnels hatte auch das Ziel, die Zahl der Verspätungen zu verringern. Foto: dpa

Schlechte Nachrichten für alle S-Bahn-Kunden: Die Pünktlichkeit der Züge liegt bisher bei lediglich 92,2 Prozent. Das ist zwar einige Nuancen besser als im Vorjahr. Doch auch in diesem Jahr wird das von RMV-Geschäftsführer Knut Ringat ausgegebene Ziel mit großer Wahrscheinlichkeit verfehlt: Wie schon ein Jahr davor, hatte der Chef des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) im November die 96 Prozent ausgegeben. Die Realität ist eine andere.

Die Gründe liegen nicht allein bei fehlenden Kapazitäten auf der Schiene. Im Februar/März und dann noch mal im Juni wurde bei der Deutschen Bahn (DB) das Fahrpersonal knapp. Und die Probleme des Fernverkehrs schlagen bekanntlich auch auf den Nahverkehr durch. Die Quote pünktlicher ICEs und Intercitys sackte im Juli auf 72,1 Prozent. Zu spüren bekamen dies vor allem jene Fahrgäste, die auf besonders hoch belasteten Strecken unterwegs waren. Etwa die der S8, die mit 88 Prozent den niedrigsten Pünktlichkeitswert aller S-Bahn-Linien hatte. Oder die S7, die zwischen Frankfurt-Hauptbahnhof und Riedstadt-Goddelau unterwegs ist. Dort gab es mehr Verspätungen als im vergangenen Jahr.  

Der RMV ist unzufrieden

Auch die Bauarbeiten für separate Gleise zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel schlugen ins Kontor: Bei der S6 von Frankfurt-Süd nach Friedberg waren lediglich 91,3 Prozent der Bahnen pünktlich. In den Sommerferien galt auf der Strecke ein Baustellenfahrplan. Doch der war unzuverlässig.

Der RMV ist unzufrieden. Die „schrittweise Steigerung“ sei nicht erreicht worden, räumt Sprecher Maximilian Meyer ein. Während der sechswöchigen Sperrung des Frankfurter S-Bahn-Tunnels wegen der Bauarbeiten hätten sich die Werte verbessert. „In den Sommerferien lag die Pünktlichkeit über alle Linien bei 93 bis 95 Prozent.“ Doch auf das gesamte Jahr gesehen, schlage dieser Effekt nicht durch. Und die Inbetriebnahme des neuen S-Bahn-Stellwerks ist nur eine von vielen Stellschrauben in dem Gesamtsystem: „In den vergangenen zwei Wochen lag die Pünktlichkeit leicht über dem bisherigen Jahresdurchschnitt“, sagt Meyer. Doch die höhere Fahrgeschwindigkeit im Tunnel könne die mehrminütigen Verspätungen im gesamten Schienennetz bei weitem nicht ausgleichen.

Der RMV geht davon aus, dass die Deutsche Bahn ihr Personalproblem jetzt im Griff hat. Es müsse weniger Verspätungen im Fernverkehr geben. Außerdem setzt der Verbund auf „kleinere Maßnahmen“ wie höheres Tempo auf einzelnen Abschnitten und schnelleres Wenden an der Endhaltestelle. Um dies bewerkstelligen zu können, hat der RMV 14 sogenannte Elektrotriebwagen der Baureihe 425 bei der DB bestellt. Ende des Jahres sollen sie den Fuhrpark ergänzen. 

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