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RMV Neue Automaten für den RMV

Herber Verlust für die Deutsche Bahn: Ihre rot-türkisen Fahrkartenautomaten mit Touchscreen haben zum Jahr 2018 ausgedient. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) setzt bei seinem Ticketverkauf auf einen neuen Partner. Grund ist das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung.

Der gemeinsame Automat für RMV und DB ist angezählt. Foto: Andreas Arnold

Gerade haben sich die Fahrgäste daran gewöhnt, jetzt werden sie schon wieder abgeschafft: Die rot-türkisen Fahrkartenautomaten mit Touch-Screen haben zum Jahr 2018 ausgedient. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) setzt bei seinen elektronischen Ticketverkauf auf einen neuen Partner. Fahrscheine für den Nahverkehr wird es in zwei Jahren nicht mehr an ein und dem selben Automaten geben, wie für den Fernverkehr.

Der Grund ist das Ergebnis der europäischen Ausschreibung diverser Dienstleistungen: Die Deutsche Bahn (DB) hat die des Vertriebs über die rund 600 stationären Fahrkartenautomaten im RMV-Gebiet verloren. Dafür ist von 2018 die Firma Transdev zuständig. Der in Berlin ansässige private Nahverkehrsanbieter im deutschen Bahn- und Busverkehr erhielt auch den Zuschlag für die Verwaltung der Abonnements, über deren Zahl der Verbund keine Auskunft gibt. Lediglich die knapp 60 Vertriebsstellen mit Personal bleiben in der Regie der DB. Dazu gehören nach RMV-Angaben unter anderem der Schalter im Bahnhof Hofheim oder auch das Reisezentrum im Bahnhof Rüsselsheim. Der Zeitraum der neuen Verträge beläuft sich auf acht Jahre.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Für Kunden bringt die Entscheidung einige Änderungen mit sich. Wobei Sven Hirschler vom RMV garantiert, dass die Benutzerfreundlichkeit der neuen Automaten mindestens gleich bleibt. Für die Deutsche Bahn bedeutet sie ein herber Verlust, für die betroffenen Mitarbeiter Unsicherheit. Das Unternehmen prüft derzeit, welche Konsequenzen diese Entscheidung für die Beschäftigten habe, die für die Automaten und Abos zuständig sind. „Betriebsbedingte Kündigungen sind jedoch ausgeschlossen“, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Die Anzahl der mit Personal besetzten Verkaufsstellen bleibe weitestgehend gleich. „Standorte und Vertriebsformate“ könnten sich jedoch teilweise ab 2018 gegenüber dem jetzigen Stand ändern. „Der vollständige Verlust des Automaten- und des Abovertriebs für die RMV-Kunden hart“, räumt Uwe Blumenstein ein, Leiter Regionale Vertriebsleitung West bei der DB.

Bislang stand das Schienenunternehmen nicht unter dem Druck, sich bei diesen Dienstleistungen dem Wettbewerb stellen. Der RMV hatte den Vertrieb und Abonnementverwaltung immer freihändig an die DB vergeben. Diese Zeiten sind nun vorbei, sagt Sprecher Hirschler: „Wir sind gezwungen, europaweit auszuschreiben.“ Der RMV sei einer der ersten Verkehrsverbünde Deutschlands, die dieses Verfahren für längerfristiges Erbringen von Vertriebsdienstleistungen anwende. Mit den beiden Partner werde er die Qualität ausbauen und langfristig einen attraktiven Zugang zum öffentlichen Nahverkehr bieten.

Preis nicht allein entscheidend

Bei der Ausschreibung konnte der RMV auf eine zehnjährige Erfahrung zurückgreifen: Seit dieser Zeit vergibt er regelmäßig Leistungen im regionalen Schienen- und Busverkehr im Rahmen europaweiter wettbewerblicher Vergabeverfahren. Entscheidend ist dabei nicht allein der Preis des Anbieters, sondern auch die Ausstattung der Fahrzeuge oder dass die Fahrer nach Tarif bezahlt werden.

Die größte RMV-Ausschreibung war die der S-Bahn-Rhein-Main, die die Deutsche Bahn  für sich entscheiden konnte. Im November 2011 wurde der Vertrag unterzeichnet. Er beinhaltet eine Laufzeit von 15 Jahren für die Linien S2 bis S6 sowie von 22 Jahren für die Linien S1, S7, S8 und S9. Inhalt des Vertrags war zudem das Ausrangieren der Fahrzeuge der Baureihe 420 und der Kauf von 91 Neubaufahrzeuge der Baureihe 430. Der letzte unklimatisierte klapprige Zug wurde dann am 2. November 2014 ausrangiert.

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