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RMV Jede fünfte S-Bahn ist viel zu spät

So gut wie keine S-Bahn ist auf die Minute pünktlich. Die Linien 1 und 2 sind besonders unzuverlässig und der RMV stärkt die Fahrgastrechte erst im Sommer.

S-Bahn
So gut wie keine S-Bahn ist auf die Minute pünktlich. Foto: peter-juelich.com

Auf größere Fahrgastrechte müssen Kunden des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) noch einige Monate warten: Die für Frühjahr angekündigte 10-Minuten-Garantie wird frühestens im Juni kommen. Erst dann stimmt der Aufsichtsrat über das neue Angebot ab, das der RMV im vorigen Sommer angekündigt hatte. Es soll im gesamten Verbundgebiet gelten, auch für Bus und Bahn.

Bei Verspätungen von mehr als zehn Minuten gibt es den Ticketpreis anteilig zurück; ab 21 Uhr werden alternativ Taxikosten bis zu 25 Euro erstattet. Bislang gilt dieses Angebot lediglich für Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen in Frankfurt, Stadt und Kreis Offenbach, Stadt Darmstadt sowie in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau.

Sollte sich das aktuelle Chaos fortsetzen, bekommt der RMV viel zu tun und die Deutsche Bahn (DB) als Betreiberin der S-Bahn viel Ärger. Denn das Jahr hat extrem schlecht angefangen: Schon am 2. Januar gab es die erste Stellwerkstörung in Kelsterbach, die S8 und S9 wurden über den Flughafen-Fernbahnhof umgeleitet. Zehn Tage später verursachte ein großes Unwetter wieder Chaos. Eine Woche später: Streckensperrung in Flörsheim aufgrund von Rauchentwicklung an einem Güterzug.

Pleiten, Pech und Pannen: „Wir sind in diesem Jahr von einer Reihe wirklich außergewöhnlicher Störungen betroffen, die es in dieser Form so noch nicht gab“, sagt Sven Hirschler, Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Elf Posten stehen auf der Liste der Störungen, die er für die Frankfurter Rundschau zusammengestellt hat – vom Personenunfall zwischen Rüsselsheim und Raunheim über den Polizeieinsatz im Mainzer Tunnel bis zum Brand im Friedberger Stellwerk, an dessen Folgen die Deutsche Bahn bis heute arbeite. Schwellenbrand an der Konstablerwache, Bombenentschärfung in Kelsterbach, die spektakuläre ICE-Entgleisung in Frankfurt-Griesheim: Das sind lediglich die Großereignisse. Gefühlt hatten Stammkunden in jüngster Zeit wesentlich mehr Gründe, sich die Haare zu raufen. Es gab viel zu erzählen unter den Pendlern in den S-Bahnen.

Besonders hart trifft es die Nutzer der S-Bahn-Linien 1 und 2. Dort ist so gut wie keine Bahn richtig pünktlich. Dass dies nicht so weitergehen kann, hat RMV-Geschäftsführer Knut Ringat inzwischen erkannt: Der „Lenkungskreis zur S-Bahn“, der sich regelmäßig trifft, lege derzeit einen Schwerpunkt auf die beiden Linie. „Wir werden zeitnah alle Beteiligten an einen Tisch rufen, um unbürokratisch Verbesserungen für die Fahrgäste zu erreichen“, verspricht er.

Das Grundproblem allerdings sei allein mit besserer Infrastruktur zu lösen, ergänzt RMV-Sprecher Hirschler: Deutlich mehr als die Hälfte aller Verspätungen entstünden wegen verspäteter anderer Fahrten beziehungsweise Verspätungen aus vorangehenden Fahrten. Jede Unpünktlichkeit setze sich im S-Bahn-Tunnel auf bei den folgenden Zügen fort. Um Zeitverzögerungen zu vermeiden, habe die DB die betrieblichen Abläufe bereits optimiert: An den Endhaltestellen übernimmt direkt ein neuer Fahrer, so dass die Bahn sofort wieder losfahren kann, auf das Ab- und Anhängen von Wagen werde aus Zeitgründen verzichtet. Kommentar

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