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RMV in Hessen Mit der digitalen Fahrkarte unterwegs

Mit dem E-Ticket nicht nur durch Hessen, sondern durch ganz Deutschland: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist bei digitalen Produkten vorne.

Eine Karte, viele Gesichter: die Chipkarte des RMV. Foto: FR

Was Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) jüngst wie eine Neuerung aus seinem Haus verkaufte, ist für die meisten Stammkunden des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) längst Realität: die digitale Fahrkarte, mit der sich auch ein Mietauto oder ein Leihfahrrad benutzen lässt. Demnächst sollen die Parkhäuser hinzukommen.

Die bunte Chipkarte mit den Silhouetten regionaler Sehenswürdigkeiten auch in Köln oder Hamburg nutzen zu können, funktioniert allerdings noch nicht. Die technischen Voraussetzungen dazu seien vorhanden, versichert RMV-Sprecher Sven Hirschler: „Jetzt geht es darum, uns mit den anderen Verkehrsverbünden zu vernetzen.“ Bislang sei das ein mühsames Geschäft. „Es gibt sehr viele regionale Befindlichkeiten.“

Die Aussagen aus Berlin seien erfreulich. „Mit Hilfe des Bundesverkehrsministers könnte es jetzt schneller gehen.“ Dobrindt hatte angekündigt, die Einführung eines deutschlandweiten E-Tickets zu fördern, das bis 2019/2020 nutzbar sein soll.

Anlass war des Start von zwölf sogenannten Verbundprojekten, die der Bund bis Herbst nächsten Jahres mit insgesamt 16 Millionen Euro unterstützt. Mit dabei seien auch zwei Projekte des RMV, sagt Sprecher Hirschler, die Höhe der Förderung stehe noch nicht fest: die einheitliche Fahrgastinformation per Handy, die über sämtliche Verkehrsmittel Auskunft gibt – vom Zug bis zum Anrufsammeltaxi oder Fußweg.

Papierfahrkarte verschwindet nicht vom Markt

Das zweite geförderte Projekt betrifft das System, das zuletzt im Sommer groß getestet wurde: Beim Ein- und Aussteigen wird der Fahrgast automatisch registriert – dazu benötigt er ein Smartphone. Denn die digitale Fahrkarte kann beides sein: die Chipkarte oder das Handyticket. Lediglich das Medium ist verschieden, das System dahinter identisch. Aber auch die Papierfahrkarte werde in den nächsten Jahren nicht vom Markt verschwinden, versichert der RMV-Sprecher: „Ganz viele Fahrgäste wollen sie weiter haben.“

Die anderen haben sich längst an die neuen Plastikkarten gewöhnt. Mit den Seniorenkarten ging es los. Vor einem Jahr folgten die Jahres-, Monats- und Wochentickets. Derzeit läuft die Umstellung der Jobtickets, auch die für Sommer angekündigten verbundweit geltenden neuen Schülertickets werden aus Plastik sein.

Die Chipkarten können bei Bedarf an den Fahrkartenautomaten noch aufgeladen werden: etwa mit einer Zusatzkarte oder einem Einzelticket für einen Mitreisenden.

Elektronische Fahrkarten auf Chipkarten gibt es nach RMV-Auskunft auch in anderen Regionen – etwa in den Verkehrsverbünden Rhein-Sieg, Stuttgart oder Berlin-Brandenburg. Es gebe aber auch Großstädte wie München oder Hannover, die weiter auf Papier setzten. Gleiches gelte für die beiden anderen hessischen Verkehrsverbünde NVV und VRN in Nord- und Südhessen.

Bundesweiter Spitzenreiter sei der RMV bei der Anzahl der digitalen Produkte und der Nutzer, versichert Hirschler. „Derzeit sind rund 800 000 aktive Chipkarten mit zirka 360 500 gültigen Fahrkarten bei unseren Kunden im Umlauf.“

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