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RMV in Frankfurt Günstiger über die Stadtgrenze

Der RMV führt das Nachbarschaftsticket rund um Frankfurt ein und bietet mehr Nachtfahrten an.

Bahnhof Ostendstraße
Sechs S-Bahn-Linien sind im Nachtverkehr am Wochenende unterwegs. Foto: Michael Schick

Der Fahrplanwechsel im RVM-Gebiet am Sonntag bringt zwei wesentliche Änderungen mit sich: Der Nachtverkehr wird ausgeweitet, und das Nachbarschaftsticket kommt.

Nachbarschaftsticket bedeutet, dass Fahrten aus zentrumsfernen Stadtgebieten in Frankfurt ins unmittelbare Umland günstiger werden. Nach Angaben des Fahrgastverbands Pro Bahn verbilligen sich die Tickets um 16 bis 34 Prozent.

Dafür teilt der RMV nach Informationen der Frankfurter Rundschau das Tarifgebiet Frankfurt (5000) in die neuen Waben 5001 bis 5010 sowie 5059 (Unfallklinik) auf. Es ist aber weiterhin möglich, ein Ticket für ganz Frankfurt (5000) zu erwerben. Details wollen der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke (beide SPD) und RMV-Chef Knut Ringat am Montag bekanntgeben.

Pro Bahn hält sich bei der Bewertung mit Lob zurück: „Die kleine Tarifreform beim RMV ist nicht der erwartet große Wurf“, sagte Wilfried Staub, der Sprecher des Fahrgastverbands in Hessen. Die Zerstückelung der Tarifzone Frankfurt widerspreche dem Ziel, einfache und große Tarifzonen zu schaffen wie in München. Allerdings würden einige Pendler künftig bis zu 25 Euro im Monat sparen. „Das ist durchaus zu begrüßen, denn die Kurzstreckenfahrten über die Tarifgrenze waren bislang deutlich zu teuer“, sagte er. Pro Bahn sieht weiteren Korrekturbedarf unter anderem bei Fahrten von Sulzbach/Liederbach zum Main-Taunus-Zentrum.

Ausweitung des Nachtverkehrs

Die zweite große Änderung betrifft die Ausweitung des Nachtverkehrs. Schon seit dem vergangenen Jahr rollen mehrere S-Bahnen und einige U-Bahnen in Frankfurt durch die Wochenendnächte. Zum Fahrplanwechsel kommen weitere Linien hinzu. Vier U-Bahn-, vier Straßenbahn- und 15 städtische Buslinien fahren in den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen durch die Stadt. Erstmals gibt es den neuen Nachtverkehr in der Nacht von Freitag, 14., auf Samstag, 15. Dezember.

„Der städtische Nachtverkehr in Frankfurt vervollständigt das Nachtfahrangebot im S-Bahn- und Regionalzugnetz“, sagte Feldmann. „Damit bringen wir Nachtschwärmer an den Wochenenden rund um die Uhr und flächendeckend in die Stadtteile und raus in die Region.“ Fahrgäste könnten nun „bis in die Morgenstunden Party machen“ und anschließend etwa zurück in Richtung Mainz, Mittelhessen oder Darmstadt, sagte Ringat. Frankfurt schließe mit dem neuen Nachtverkehr „zu den internationalen Metropolen auf“, sagte der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Unter der Woche fahren die Nachtbusse in Frankfurt wie gewohnt von der Station Konstablerwache. Den Nachtbusverkehr gibt es seit fast 30 Jahren. Nun passe die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq ihn an die Bedürfnisse der Fahrgäste an, sagte Geschäftsführer Tom Reinhold. Um die Orientierung zu erleichtern, würden die Nachtbusse weitgehend wie tagsüber fahren.

Eine weitere Änderung: Die U-Bahn-Linien U6 und U7 tauschen künftig ihre Äste im Westen. Die U6 fährt vom Industriehof nach Hausen statt zur Heerstraße, die U7 zur Heerstraße statt nach Hausen. Anlass sei das neue Nachtlinienkonzept, in das die U7 als „Durchmesserlinie“ eingebunden sei, so Reinhold.

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