Lade Inhalte...

Riederwaldtunnel Kritik an längerer Bauphase

Eine Bürgerinitiative kritisiert, dass schon bei Proberammungen für den Bau des Riederwaldtunnels Grenzwerte überschritten worden sind. Sie fordert, alle Messergebnisse sofort online zu veröffentlichen. Hessen Mobil lehnt das ab.

Hitzige Debatte: Ausbaugegner Friedhelm Ardelt-Theeck diskutiert mit Ausbaufreund Jürgen Semmler von Hessen Mobil. Foto: Andreas Arnold

Die um zwei Jahre verlängerte Bauzeit für den Riederwaldtunnel beklagt die Bürgerinitiative Riederwald (BIR). Der Ausbau von A 661, Autobahndreieck Erlenbruch, Riederwaldtunnel und der Anschluss an die A 66 dauere von 2014 bis 2022, hatte die Straßenbaubehörde Hessen Mobil mitgeteilt. Die Arbeiten am Autobahndreieck sind im Gange. Bis 2017 soll der dreigeschossige Bau fertig sein. Von 2017 bis 2022 wird der Riederwaldtunnel errichtet.

Die Anwohner müssten bei längerer Bauphase mit hohem Lärm rechnen, sagte BIR-Sprecher Rainer Frey. Schon bei den Proberammungen von Hessen Mobil im Herbst und Winter 2013, als die Behörde verschiedene Rammverfahren getestet hatte, seien die Grenzwerte für Lärm und Abgase überschritten worden, wie Messungen von Hessen Mobil und eigene Messungen der Bürgerinitiative ergeben hätten. „Wir mussten allerdings fünf Monate auf die Messergebnisse von Hessen Mobil warten“, berichtete Frey, mittlerweile seien die Rammungen fast abgeschlossen. Frey äußert Unverständnis über die „nicht transparente Öffentlichkeitsarbeit“ der Behörde. Ein Schutz der Anwohner sei nur möglich, wenn alle Messergebnisse sofort online veröffentlicht würden. Das lehnt Hessen Mobil ab.

"Nicht an kritischer Stelle gemessen"

Letztlich sei der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) für das Handeln seiner Behörde verantwortlich, sagte Frey. Einen offener Brief an den Minister habe dieser nur ungenügend beantwortet. Al-Wazir habe die Auskunft verweigert, weshalb die Grenzwertüberschreitungen zu keinem Baustopp geführt hätten. Nur 25 Meter von einem Haus in der Vatterstraße entfernt hätten die lautesten Schlagrammen gepocht. Gemessen habe Hessen Mobil aber an dieser kritischen Stelle nicht. Für die gesamte Bauphase müsse das Land Hessen eine Messstation für Schadstoffe einrichten. Sowohl die Pestalozzischule als auch Wohnungen in der Vatterstraße bräuchten während der Bauzeit Lärmschutzfenster und Belüftungsanlagen.

Frey sieht die Anwohner im Riederwald und am Bornheimer Hang nicht ausreichend vor Lärm und Abgasen geschützt. Seiner Ansicht nach geht die für den Bau zugrunde liegende Verkehrsuntersuchung 2025 von falschen Annahmen aus, etwa einer sinkenden Einwohnerzahl in Frankfurt. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft wird Frankfurt im Jahr 2030 hingegen mehr als 850.000 Einwohner haben. Die Untersuchung müsse auf Ungenauigkeiten geprüft werden, mahnte Frey, schließlich baue der gesamte Schutz darauf auf. Es sei unglaubwürdig, dass der Verkehr auf der Straße „Am Erlenbruch“ um zwei Drittel abnehmen werde. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) habe der BIR zugesagt, dass das Verkehrsdezernat von Stadtrat Stefan Majer (Grüne) die Verkehrsuntersuchung prüfen werde, berichtete Claus Lauth von der BIR. Da viele Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding vom Lärm betroffen sein würden, habe die BIR sich an Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) gewendet, der wie Feldmann im Aufsichtsrat der ABG ist. Cunitz habe nicht reagiert.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum