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Radverkehr in Frankfurt Wirtschaft warnt vor Umbau der Friedberger Landstraße

Die IHK Frankfurt befürchtet Staus, falls die Friedberger Landstraße einspurig umgebaut werden sollte. Mit dem Umbau soll eine Spur für Radfahrer gewonnen werden.

Friedberger Landstraße
Die Stadt will den Radverkehr auf der Friedberger Landstraße zwischen Matthias-Beltz-Platz und Anlagenring erleichtern. Foto: Peter Jülich

In der Diskussion um den einspurigen Umbau der Friedberger Landstraße in Frankfurt zugunsten des Radverkehrs meldet sich die lokale Wirtschaft zu Wort. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt lehnt eine einspurige Verkehrsführung auf der Hauptstraße zwischen Börneplatz und Alleenring ab, bei der den Radfahrern die rechte Spur zugeschlagen würde.

„Bei einer einspurigen Umgestaltung ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen, die sich auf den ÖPNV auswirken werden“, sagte Alexander Theiss, der den Bereich Standortpolitik bei der IHK leitet. Bus, Straßenbahn und Autos müssten sich auf einem Abschnitt eine Spur teilen. Die IHK Frankfurt vertritt 111.000 Unternehmen aus Frankfurt, Main-Taunus- und Hochtaunuskreis.

Für den regionalen Verkehr habe die Friedberger Landstraße eine große Bedeutung, sagte Theiss. Täglich pendeln laut IHK bis zu 470.000 Menschen nach Frankfurt hinein oder aus der Stadt heraus. Davon würden rund  80 Prozent mit dem Auto fahren.

Bei einer einspurigen Verkehrsführung entlang der Straße seien „Staus vorprogrammiert“. Das würde sich auf die Luftqualität auswirken, denn Stop-and-go führe zu höheren Emissionen auf der ohnehin schon überbelasteten Straße. Auch könne es zu Ausweichfahrten in die Wohnquartiere kommen.

Auf der Friedberger Landstraße werden die zulässigen Höchstwerte für Stickoxid alljährlich überschritten. Am Mittwoch fällt das Verwaltungsgericht Wiesbaden die Entscheidung, ob es aus Gründen der Luftreinheit in Frankfurt zu Fahrverboten kommen kann.

IHK  will neuen Gesamtverkehrsplan

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte sich gegen solche Fahrverbote ausgesprochen und eine Umrüstung von alten Dieselfahrzeugen mit neuer Hardware angeregt, auf Kosten der Autoindustrie. Das regionale Handwerk will Dieselfahrverbote ebenfalls vermeiden. Handwerkskammerpräsident Bernd Ehinger sprach sich in dem Zusammenhang gegen die Sperrung von Straßen zugunsten von Fahrradfahrern und Fußgängern aus – die geplante testweise Sperrung der nördlichen Mainuferstraße ab Sommer 2019 hält er für einen Fehler.

Die IHK Frankfurt setzt sich wiederum dafür ein, dass Frankfurt einen neuen Gesamtverkehrsplan (GVP) vorlegen soll. Der letzte wurde 2005 beschlossen. Ein neuer „Urban-Mobility-Plan“ müsse alle Verkehrsträger berücksichtigen, sagte Theiss.

Für die IHK Frankfurt hat der Radverkehr eine gewisse Bedeutung – etwa für Paketdienstleister wie die Deutsche Post DHL und UPS, die Pakete auf der letzten Meile mit dem Fahrrad zum Kunden bringen. Doch je länger die Strecken seien, umso mehr nimmt die Bedeutung des Fahrrads aus Sicht der Wirtschaft ab. So würden nur zwölf Prozent der Verkehrsteilnehmer bei einer Strecke von drei bis fünf Kilometer mit dem Rad fahren, bei einer Strecke bis zehn Kilometer seien es noch neun Prozent, bei einer Strecke von mehr als zehn Kilometern sei es nur noch ein Prozent der Verkehrsteilnehmer.

„Wir regen an, dass die Stadt eine Veränderung an der Friedberger Landstraße im Rahmen eines Gesamtverkehrskonzepts darstellt und damit Lösungen für die Stadt insgesamt entwickelt“, sagte Theiss.

Das würde aber dauern. Das Verkehrsdezernat hatte zuletzt das Jahr 2020 als Datum für eine Aktualisierung des GVPs genannt, der sich mit der Verkehrsplanung bis 2030 befasst.

Auch in der Koalition in Frankfurt wird über die Friedberger Landstraße diskutiert. Ein Gespräch soll klären, ob sich CDU, SPD und Grüne auf eine Position verständigen können. Bislang machen sich nur SPD und Grüne für den Radweg auf der Friedberger Landstraße stark.

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