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Radverkehr Bau des flotten Radwegs ab 2018

Die erste schnelle Radverbindung in der Region soll von Frankfurt nach Darmstadt führen. Die Trasse hat sich leicht geändert. Hürden gibt es beim Naturschutz.

Fahrradfahrer
Viel Platz für Radler auf dem Trojedamm in Marburg. Foto: Uwe Zucchi (dpa)

Der erste Meter Radschnellweg zwischen Frankfurt und Darmstadt wird in der zweiten Jahreshälfte 2018 gebaut. Das kündigte Manfred Ockel, Bürgermeister von Kelsterbach und Chef der Regionalparkgesellschaft Südwest, auf einer Tagung des Regionalverbands zu Radschnellwegen an. Bis dahin gebe es aber noch „einige Steine“ aus dem Weg zu räumen. Sieben Kommunen seien an der Planung beteiligt, einige wünschten Änderungen am Trassenverlauf. So soll der rund 30 Kilometer lange Radweg künftig an den S-Bahn-Stationen in Neu-Isenburg und Langen entlangführen.

In Dreieich-Sprendlingen werde die Trasse innerorts geführt, in Langen hingegen entlang der Bahnstrecke. Mittelfristig soll sie von Darmstadt-Wixhausen über Arheilgen weiter zum Darmstädter Hauptbahnhof verlaufen. „Die neue Streckenführung weicht leicht von der favorisierten Variante in der Machbarkeitsstudie ab“, sagte Ockel. Vor den Sommerferien will er die Öffentlichkeit detailliert informieren.

Die Studie wurde 2015 vorgestellt. „Nun befinden wir uns in der Umsetzungsplanung“, sagte Birgit Simon, die Erste Beigeordnete des Regionalverbands. Der Radschnellweg sei eine Alternative zum Autoverkehr und eine Ergänzung zum Nahverkehr. Die Verbindung solle vor allem „Alltagspendler“ mobilisieren. Das sind im Einzugsgebiet der bisher favorisierten Trasse rund 54 000 Einwohner. Die Strecke führt vom Holbeinsteg in Frankfurt-Sachsenhausen über Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach, Erzhausen nach Darmstadt.

Idealerweise seien Radschnellwege vier Meter breit, so dass Radler nebeneinander fahren und überholen können. Sie sind weitgehend ampel- und schrankenfrei. Von diesen Standards werde der Radschnellweg abweichen, so Simon. Statt vier Metern werde er als Zweirichtungsradweg nur drei Meter breit, als Radfahrstreifen auf beiden Straßenseiten lediglich zwei Meter breit. Daher firmiere er nun statt als Radschnellweg unter dem Begriff „Rad-Direktverbindung“. Sie soll 8,4 Millionen Euro kosten. 80 Prozent übernimmt das Land Hessen. Bevor in gut einem Jahr mit dem Bau begonnen wird, seien aber noch einige Schwierigkeiten zu lösen, so Ockel. Problematisch seien Eingriffe in den Bannwald, die Versiegelung von Flächen und die nächtliche Beleuchtung im Waldgebiet.

Denkbar wäre, dass LED-Lampen dann angingen, wenn Radfahrer sie per Lichtschranke auslösten, sagte Jörg Thiemann-Linden von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Die „Belange von Naturschutz und Forst“ müssten im Zusammenhang mit dem Schnellweg abgewogen werden.

Für den Radschnellweg von Frankfurt über Maintal nach Hanau soll die Machbarkeitsstudie Mitte Mai veröffentlicht werden, erklärte Simon. Die Bürger könnten sich an der Planung beteiligen. Für die Anbindung des Frankfurter Flughafens an den Radverkehr schlage ein erster Bericht 15 konkrete Baumaßnahmen vor.

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