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Radfahren in Hessen Mit dem Rad zur Schule

Per Fahrrad in die Schule: Was früher selbstverständlich war, braucht heute viel Werbung. Wettbewerbe und das Vorbild der Lehrer sollen Räder als Verkehrsmittel für den Schulweg populär machen.

Räder
Geduldig wartet die Drahteselherde auf den Feierabend. Früher sind auch viele Schüler mit dem Rad gefahren (Symbolfoto). Foto: FR

Fahrräder. Überall Fahrräder. So sah es früher an vielen Schulen aus. Doch in Zeiten von Elterntaxis und ganzjährig gültigen Schülertickets hat der Bewegungsdrang schulpflichtiger Kinder und Jugendlicher sichtbar abgenommen. Vielerorts zeugt davon die Leere auf den großen, inzwischen weit überdimensioniert erscheinenden Fahrradabstellplätzen.

An der Einhardschule in Seligenstadt dagegen mussten sie in den vergangenen Jahren große Teile des Schulgeländes mit Fahrradständern ausstatten, sonst wären sie der wahren Flut von Drahteseln nicht mehr Herr geworden. Fast 700 davon stehen hier morgens herum.

Harald Classen hat daran einen gehörigen Anteil. Der Erdkunde- und Sportlehrer ist für die Verkehrserziehung zuständig. Gemeinsam mit Kollegium und Schulleitung hat er dafür gesorgt, dass das Rad in Seligenstadt für zwei Drittel der Schülerschaft erste Wahl ist.

„Mit einem Appell zum Schuljahresbeginn ist es nicht getan“, sagt Classen. Man müsse in den Klassen immer wieder nachfragen, fürs Radfahren werben, die Eltern ansprechen. Jedes Jahr im Herbst kommt die Polizei in die Schule, checkt die Räder, gibt eine Meldung an die Eltern, die diese abzeichnen und an die Schule zurückgeben müssen. „So versandet nichts“, sagt Classen.

Die großzügigen Stellplätze gehören dabei eher zu den Folgen als den Ursachen, auch wenn Classen eine vernünftige Abstellmöglichkeit als eine Grundvoraussetzung für den langfristigen Erfolg beim Werben für mehr Radnutzung nennt. „Wichtig ist das Gefühl, dass sich gekümmert wird“, sagt er. Dass zudem viele Lehrkräfte selbst Rad fahren, schadet der Glaubwürdigkeit nicht. Schon zweimal hat die Einhardschule beim landesweiten Wettbewerb Schulradeln die meisten Kilometer zusammengebracht und damit gewonnen.

 

„Natürlich sind hier auch die Voraussetzungen gut“, sagt Classen. Es gibt ausreichend breite und beleuchtete Wege für Radfahrer, das Einzugsgebiet der Schule ist nicht allzu groß und wer mit dem Auto kommt, muss meist umständlich rangieren und verliert mehr Zeit, als die Kutscherei von zu Hause in die Schule und retour einbringt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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