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Radfahren in Frankfurt Verkehrsdezernent streitet für mehr Radverkehr

Die Debatte über den Wegfall einer Spur auf der Friedberger Landstraße zugunsten von Radfahrern geht in Frankfurt weiter. Und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) will noch mehr für Radfahrer tun.

Verkehr in Frankfurt
Nach Plänen der Stadt soll der Autoverkehr auf der Friedberger Landstraße zwischen Matthias-Beltz-Platz und Friedberger Tor künftig einspurig gestaltet werden. Foto: peter-juelich.com

Soll auf der Friedberger Landstraße eine Fahrspur zugunsten des Radverkehrs wegfallen? Über diesen Vorstoß von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hat der Verkehrsausschuss der Stadtverordneten am Dienstag emotional diskutiert. Die CDU warf Oesterling vor, sie nicht über seine Pläne informiert zu haben. „Der Umgang in der Koalition war da nicht sehr rücksichtsvoll“, sagte Martin Daum.

Oesterling skizzierte einen möglichen Ablauf zur Umsetzung. Dabei wurde klar, dass der Dezernent den Radverkehr nicht nur auf der Friedberger Landstraße fördern will. In einem ersten Schritt soll die Kurt-Schumacher-Straße nördlich des Börneplatzes eine Radspur bekommen. Die städtische Unfallkommission hatte das nach einem tödlichen Zusammenstoß an dieser Stelle vor einigen Wochen gefordert. In Kürze werde für die Autofahrer deshalb dort eine Spur wegfallen, sagte Oesterling.

Im nächsten Schritt soll zwischen Konstablerwache und Friedberger Tor ein Radstreifen angelegt werden. Schließlich werde der Umbau der Friedberger Landstraße folgen, dem die Stadtverordneten zustimmen müssten, so Oesterling. Die Radspur soll während des Umbaus der Straßenbahnstationen zu barrierefreien Haltestellen erfolgen. Am Ende soll es einen durchgängigen Radweg von der Friedberger Warte bis zur Elisabethenstraße in Sachsenhausen geben, so Oesterling.

Auf der Friedberger Landstraße würde eine solche Planung zu „riesigen Staus“ führen, sagte Annette Rinn (FDP). Sie erinnerte daran, dass im Sommer zeitweise eine Spur der Miquelallee für den Autoverkehr gesperrt war. „Die Leute standen stundenlang im Stau“, sagte Rinn. Sie forderte, die Radroute durch Nebenstraßen im Nordend zu führen und nicht über die „Friedberger“.

Antrag der FDP zur Friedberger abgelehnt

Der Antrag der FDP wurde jedoch abgelehnt – auch mit den Stimmen der CDU. Unionspolitiker Daum machte aber keinen Hehl daraus, dass er Oesterlings Pläne skeptisch sieht. Niemand könne vorhersagen, wie sich die Verkehrsbelastung auf der Friedberger Landstraße beim Wegfall einer Spur entwickeln werde.

An dieser Stelle setzte Lukas Berkel, Referent bei der Industrie- und Handelskammer, ein. Er forderte konkrete Zahlen ein, die klären sollten, wie sich der Verkehr entwickeln werde. Diese werde er als Teil der Planung vorlegen, sagte Oesterling.

Rückendeckung bekam der Dezernent vom ADFC. Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des Verbands, sagte: „Auch auf einer Hauptverkehrsstraße muss eine sichere und legale Radverkehrsführung möglich sein.“ Die Förderung des Radverkehrs sei ein „internationaler urbaner Trend, dem sich Frankfurt nicht verweigern kann“.

Auch die Grünen sprangen Oesterling bei und verwiesen auf das Urteil zu Dieselfahrverboten. Es sei höchste Zeit, den öffentlichen Verkehrsraum neu aufzuteilen, sagte Wolfgang Siefert. Der Grüne plädierte dafür, bereits vor dem Umbau der Haltestellen eine durchgängige Radspur auf der Friedberger Landstraße einzurichten: „Sonst dauert das zwei oder drei Jahre.“ Mit Farbe könne ein Radweg kurzfristig abmarkiert werden.

Auch SPD und Linke forderten den Ausbau des Radverkehrs. Eugen Emmerling (SPD) verwies auf die hohe Belastung der Anwohner entlang der Friedberger Landstraße. Und Martin Kliehm (Linke) sagte, die Gesundheit der Menschen in Frankfurt sei ein „hohes Gut“.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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