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Radfahren in Frankfurt Leihräder in Frankfurt im Test

Es gibt vier Leihradfirmen in Frankfurt, bald kommt ein fünfter Anbieter hinzu. Aber was taugen die Leihräder? FR-Autor Florian Leclerc hat sie getestet.

Leihräder
Kunden haben bei Leihrädern die Wahl ? oft stehen mehrere Anbieter auf einem Platz. Foto: Christoph Boeckheler

Es ist nasskalter Dezember. Nicht das allerbeste Radfahrwetter - und trotzdem tobt gerade jetzt ein Konkurrenzkampf unter den Leihradanbietern. In Frankfurt sind zu den etablierten Firmen Nextbike und Call-a-Bike jüngst zwei neue hinzugekommen: Obike und Byke (gesprochen: Baikiie). Ein fünfter Anbieter steht nach Informationen der Frankfurter Rundschau schon in den Startlöchern und beginnt womöglich schon in der kommenden Woche, seine Leihräder aufzustellen. Es gibt mittlerweile 4000 solcher Leihräder in der Stadt. Die Zahl wächst stetig, weil die Firmen die Stückzahlen erhöhen.

Aber was taugen die verschiedenen Leihräder eigentlich? Die FR hat die gelben türkisen, roten und blauen Velos getestet - und einen Favoriten ermittelt.

Strampeln mit Obike: Obike hat drei Probleme, von denen zwei anscheinend behoben sind. Erstens, der Datenschutz: Wie der Bayrische Rundfunk herausfand, waren persönliche Daten und Bewegungsdaten von Nutzern im Internet frei einsehbar, wegen eines Fehlers in der App. Das Leck hat das Unternehmensgeflecht mit verschiedenen Sitzen – Singapur, Deutschland, Britische Jungferninseln – mittlerweile behoben. Genau wie Problem Nummer zwei. In München hatte Obike rund 7000 Räder platziert - und sich nicht nur Freunde gemacht. Die Leihräder standen Fußgängern oft im Weg. Es hagelte Beschwerden. Nun sammelt das Unternehmen die Räder häufiger ein. „Auch in Frankfurt gibt es eine Reihe von Beschwerden über Leihräder, die auf Gehwegen parken“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) auf Anfrage. Das betreffe aber nicht allein Obike. Ein Merkzettel sei in Vorbereitung.

Die Obike-App zeigt zahlreiche Räder in der Umgebung an. Sie stehen im öffentlichen Raum herum, nach dem Freefloating-Prinzip, nicht an Stationen. Die Ausleihe funktioniert, in dem Kunden den QR-Code scannen. Zurückgeben können sie das Rad, indem sie das Schloss am Hinterrad zuziehen. Die Fahrt verläuft – gemächlich. Denn Obikes haben keine Gangschaltung. Das bedeutet: strampeln, strampeln, strampeln. Das es so langsam vorangeht, ist Problem Nummer drei.

Strafe zahlen mit Call-a-Bike : Die Call-a-Bikes von DB Connect haben zum Festschnallen von Gepäck eine Schale mit Gurten. Sie sieht nicht stabil aus, und ist es auch nicht: Der Rucksack, der testweise verzurrt ist, fällt auf dem Asphalt. Dafür haben die Räder eine 7-Gang-Schaltung - und fahren im Vergleich zu den Obikes rasant.

Zurückgeben müssen Kunden die Call-a-Bikes an Stationen. Die sind mit Schildern ausgewiesen oder über eine Karte auf der Internetseite des Unternehmens auffindbar. Wer trotzdem keine Station findet, und das Rad woanders abschließt, zahlt 5 Euro Strafe.

Noch ist Call-a-Bike der Marktführer in Frankfurt, aber das könnte sich ändern. Auf die wachsende Konkurrenz reagiert das Unternehmen schon. In diesem Winter wurden bislang weniger Räder zur Reparatur und Wartung von der Straße geholt.

Werbung kutschieren mit Nextbike: Die Nextbikes sind stationsbasiert, wie die Call-a-Bikes. Wer sie nicht an einer Station zurückgibt, zahlt 20 Euro Strafe. Aber wo sind die Stationen? Anders als bei Call-a-Bike weisen keine Schilder darauf hin. Die Antwort gibt die Pressesprecherin: „Schauen Sie in der App oder auf der Website auf die Karte und peilen sie die entsprechende Station an.“

Die Ausleihe funktioniert ähnlich wie bei Call-a-Bike: Die Radnummer ins Handy tippen, dann den Code auf dem Display des Fahrrads eingeben. Mit der Drei-Gang-Schaltung fahren sich die Räder gemütlich. Kunden dürfen sich nicht daran stören zu fahrenden Werbeträgern zu werden. Eine Plakat auf dem Rad wirbt für eine Bank oder eine Kreditkartenfirma.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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