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Radfahren in Frankfurt Kritik an Radspuren auf Hauptstraßen

Frankfurt soll fahrradfreundlicher werden. Ein kleiner Abschnitt der Kurt-Schumacher-Straße soll deshalb einspurig werden. Doch die CDU ist gegen die Verengung.

Verkehr in Frankfurt
Die Radspur in der Friedberger Landstraße ist umstritten. Foto: peter-juelich.com

Wie soll Frankfurt fahrradfreundlicher werden? Darüber wird in der Koalition derzeit heftig debattiert. Anlass ist der einspurige Umbau eines kleinen Abschnitts der Kurt-Schumacher-Straße ab Montag. Zwischen Börneplatz und AOK-Gebäude bekommen Radfahrer eine Spur, die mit Klemmfixen vom übrigen Verkehr getrennt wird.

Das hatte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) entschieden. Für Autofahrer fällt dort eine Spur weg. Die Unfallkommission hatte diese Lösung vorgeschlagen, nachdem ein Radfahrer von einem Lastwagen überrollt worden war.

„Wer demnächst auf dieser Strecke im Stau steht und nicht an seinen Arbeitsplatz kommt, den werden wir daran erinnern, wer das verursacht hat“, sagte Michael zu Löwenstein, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Römer: „Oesterling, der Stauproduzent.“ Schon vor Wochen hatte zu Löwenstein auch die Fahrradspur auf der Friedberger Landstraße kritisiert, die Stadtrat Oesterling zwischen Friedberger Tor und Matthias-Beltz-Platz einrichten will. Auch hier würde eine Spur für den Autoverkehr wegfallen. Wie Stadtrat Oesterling mitteilte, müssen die Stadtverordneten diesen Umbau beschließen. 

Zur Kurt-Schumacher-Straße sagte zu Löwenstein: „Oesterling setzt sich sturköpfig darüber hinweg, dass es für diese Entscheidung keine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung gibt.“

Die Frankfurter FDP macht ebenfalls Stimmung gegen Radwege auf Hauptstraßen. Sie ruft für Montag zu einer Demonstration gegen den Umbau der Friedberger Landstraße auf. Ab 8 Uhr laufen die Freidemokraten auf der rechten Spur vom Nibelungenplatz zum Friedberger Platz. Autofahrern, die im Stau stehen, händigt die FDP Infomaterial aus. 

Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann kritisierte Oesterling für dessen Politik bezüglich der Kurt-Schumacher-Straße und Friedberger Landstraße: Die Einspurigkeit hemme den Verkehr, was den Stickoxidausstoß erhöhe. 

„Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“, sagte Manuel Stock, der Fraktionschef der Grünen im Römer. Die Stadt sei in der Pflicht, die Unfallstelle auf der Kurt-Schumacher-Straße sicherer zu machen. Entscheidend für den Verkehrsfluss seien die Ampelschaltungen, sagte er.

Auf der Friedberger Landstraße stehe der barrierefreie Umbau der Straßenbahn-Haltestellen an. In diesem Zusammenhang müsse auch das Angebot für Radfahrer verbessert werden. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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