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Pünktliche Bahnen RMV sollte ehrlich sein

96 Prozent Pünktlichkeit sind ein hehres Ziel, aber nach derzeitigem Stand ein völlig unrealistisches. Schluss mit dem Wecken falscher Hoffnungen! Unser Kommentar.

S-Bahn Tunnelarbeiten
Sechs Wochen war der Frankfurter S-Bahn-Tunnel wegen Reparaturarbeiten gesperrt. Das hat dem RMV die Pünktlichkeits-Bilanz gerettet. Foto: Renate Hoyer

Sechs Wochen war der S-Bahn-Tunnel in den Sommerferien gesperrt. In dieser Zeit fuhren weniger Züge, die Pünktlichkeitswerte kletterten hoch auf 93 bis 95 Prozent. Doch jetzt, da wieder auf Volllast gefahren wird, sind die Probleme zurückgekehrt: Auf das ganze Jahr gesehen ist knapp jeder zehnte Zug mindestens sechs Minuten zu spät am Ziel angekommen. Hätte es die Tunnelsperrung nicht gegeben, sähe die Bilanz vermutlich noch düsterer aus.

Dabei haben Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und Deutsche Bahn einiges unternommen, um dem 96-Prozent-Ziel näherzukommen. Die Signaltechnik im Tunnel wurde noch zusätzlich aufgebrezelt. An Knotenpunkten wie dem Hauptbahnhof sind im Berufsverkehr Mitarbeiter im Einsatz, die den Ein- und Aussteigevorgang beschleunigen sollen. Zusätzliche Fahrer wurden eingestellt, die Urlaubspläne sind (hoffentlich) so, dass ein paar Krankmeldungen nicht gleich zu Ausfällen von Verbindungen führen. Ein solches Desaster darf sich auf keinen Fall wiederholen.

Doch es kann auch nicht sein, dass der RMV-Chef wieder einmal Hoffnungen geweckt hat, die ganz offenkundig nicht erfüllt werden können. 96 Prozent Pünktlichkeit sind ein hehres Ziel, aber nach derzeitigem Stand ein völlig unrealistisches. Das sollte Knut Ringat ehrlich sagen, statt seine Kunden zu verschaukeln. Denn solche Versprechen machen ihn unglaubwürdig.

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