Lade Inhalte...

Preise im RMV Frankfurts Nahverkehr im Mittelfeld

Eine Studie vergleicht die Preise im Nahverkehr deutscher Städte miteinander. Wenn man Angebot und Ticketpreis aufeinander bezieht, landet Frankfurt im Mittelfeld.

Frankfurt landet bei einer Preis-Leistungs-Bilanz im Nahverkehr unter deutschen Städten im Mittelfeld. Das Angebot in Frankfurt sei „eher teuer, aber gut“, heißt es in der Studie des Hamburger Beratungsunternehmen Civity, das die Preise von Bus und Bahn in mehr als 50 deutschen Städten miteinander verglichen und dabei die Zahl der Abfahrten an Haltestellen berücksichtigt hat. Veröffentlicht hat die Studie die „Zeit“.

„Eher gut und günstig“ ist das Angebot demnach in den Städten Dresden und Potsdam. Schlusslichter im Nahverkehr sind Duisburg und Köln, die als „eher teuer und weniger gut“ bewertet werden.

In einer Kategorie wurden die Preise für Einzelfahrscheine nebeneinander gestellt und zur Zahl der Haltestelle-Abfahrten pro Einwohner in Beziehung gesetzt. Je mehr Abfahrten es gibt, desto höher ist die Qualität im Nahverkehr, lautet die Annahme.

Die Kölner Verkehrsbetriebe kritisierten allerdings die Methodik. Das ÖPNV-Angebot anhand der Abfahrten zu ermessen, sei nicht sachgerecht, sagte deren Sprecher Matthias Pesch. Dabei bleibe unberücksichtigt, wie viele Menschen an den einzelnen Haltestellen abführen. So komme eine Stadt mit vielen Haltestellen, an denen nur einige Menschen einsteigen, besser weg, als eine Stadt, in der an wenigen Haltestellen Hunderte in den Zug gelangten.

Der Geschäftsführer von Civity, Stefan Weigele, sagte dazu, die Kennzahl, wie oft ein Bus von einer Haltestelle abfahre, sei durchaus relevant für die Qualität des Angebots.

In einer weiteren Kategorie hat die Studie die Preise und Leistungen bei Monatstickets unter die Lupe genommen. Demnach ist Frankfurt (73 Euro) die drittteuerste Stadt in Deutschland, nur in Köln und Bonn (je 82 Euro) sind die Monatstickets teurer. Am günstigsten sind Monatstickets demnach in Städten wie Potsdam (35 Euro), Würzburg (39 Euro) oder Regensburg (40 Euro).

Zusatzleistungen gut

Ein reguläres Monatsticket kostet für das Stadtgebiet Frankfurt 87,40 Euro. Wie Weigele ausführte, hat die Studie allerdings ein „Monatsticket im Abonnemt“ als Kenngröße verwendet, das heißt, den Preis einer Jahreskarte geteilt durch zwölf Monate.

Dass die Preisspannen in den einzelnen Städten so weit auseinandergingen, erklärte Weigele weniger mit den Marktbedingungen als mit der politischen Festlegung der Preise.

Gut kommt Frankfurt bei den Zusatzleistungen einer Monatskarte weg. Sie kann auf Dritte übertragen werden, abends sowie samstags, sonntags und an Feiertagen dürfen Personen mitgenommen werden, außerdem grundsätzlich auch Fahrräder. Das ist in anderen Städten nicht die Regel.

Die Preise für den Nahverkehr setzt in Frankfurt und der Region setzt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) fest. Zuletzt hat der RMV die Preise im Verbund durchschnittlich um 1,9 Prozent erhöht (2017), in den Vorjahren um 1,85 Prozent (2016) und 3,45 Prozent (2015).

Laut Studie haben sich in den verglichenen deutschen Städten die Preise im Nahverkehr nach oben entwickelt. Preissprünge gab es in den vergangenen beiden Jahren in zwei Dritteln der Städte.

Der RMV hat seine Preispolitik rechtfertigt. In Frankfurt gebe es derzeit das bestmögliche Angebot im Nahverkehr mit hoher Taktung und langen Zügen, sagte RMV-Sprecher Sven Hirschler. „Bei den Fahrpreisen ist die Toleranzgrenze der Fahrgäste erreicht“, räumte er ein. Die Preise sollen in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach nicht stärker als zwei Prozent steigen. Mehr Angebot im Nahverkehr gebe es ab Ende 2017, wenn nachts weitere S-Bahn-Linien durch Frankfurt fahren würden, ab Ende 2018 sei das für alle S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen geplant.

Zuletzt hatte das Umzugsunternehmen „Movinga“ die Preise für Monatstickets in 89 Städten weltweit in Beziehung gesetzt. Aus diesem Vergleich ging Frankfurt als zweitteuerste Stadt in Deutschland hervor. Teurer waren die Monatstickets demnach nur in Köln.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum