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Polizei-Kontrollen in Hessen Polizei warnt vor Handy-Nutzung am Steuer

Bei landesweiten Kontrollen in Hessen reden Polizisten unaufmerksamen Autofahrern ins Gewissen. Dabei geht es vor allem um die Nutzung von Handys.

21.09.2018 11:11
Handy am Lenkrad
Eine Frau greift beim Fahren zu ihrem Handy. Foto: Holger Hollemann (dpa)

Die lang ersehnte Kurznachricht, eine Alternativroute wegen des nervigen Staus, schreiende Kinder auf dem Rücksitz oder der Griff nach dem Kaffeebecher: Mögliche Ablenkungen sind beim Autofahren ein ständiger Begleiter und fordern vom Fahrer Selbstdisziplin. Auf die Gefahren solch kleiner Unaufmerksamkeiten hat die Polizei in Hessen am Donnerstag mit einer landesweiten Kontrollaktion aufmerksam gemacht. Im Fokus standen neben Autofahrern auch Fußgänger und Radfahrer.

Rund 450 Beamte seien an 96 Kontrollstellen im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Alle Polizeipräsidien hätten bei der Aktion von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr abends mitgemacht. Wie viele Gespräche geführt und Bußgelder verteilt wurden, sei erst in einigen Tagen klar. Beamten kontrollierten unter anderem am Kirchheimer Dreieck in Osthessen und den Ein- und Ausfallstraßen der Großstädte, was Autofahrer sonst noch alles hinter dem Steuer tun.

Die Kontrollen in Hessen sind Teil der europaweiten Aktion „sicher.mobil.leben – focus on the road“. Bundesweit waren rund 11 000 Polizisten bei knapp 3200 Kontrollen und Aktionen im Einsatz, wie das Innenministerium in Sachsen-Anhalt mitteilte. Das Land hat derzeit den Vorsitz der Innenministerkonferenz und ist für die Organisation der neuen Aktion zuständig.

Kontrollen sollen Autofahrer in Hessen sensibilisieren

Gegen 11 Uhr vormittags hat Polizeisprecher Dominik Möller am Kirchheimer Dreieck in Osthessen bereits sechs Verstöße wegen Handys am Ohr gezählt. Seine Kollegen sind mit mehreren Streifenwagen und einem Zivilfahrzeug in dem Bereich, in dem mehrere Autobahnen zusammentreffen, unterwegs. Zu kontrollierende Fahrzeuge werden dann aufgefordert, dem Polizeiauto zu einem Autohof zu folgen. „Wir wollen nicht nur Verstöße ahnden, sondern vor allem die Autofahrer sensibilisieren“, sagte der Sprecher. Beispielsweise einem Lkw-Fahrer mit aufgeklapptem Laptop im Führerhaus redeten Beamte ins Gewissen.

Denn meist sei den Menschen gar nicht bewusst, welche gravierenden Folgen ihre kurzen Ablenkungen haben können, so die Beamten. „Während der Fahrt Nachrichten auf dem Handy zu tippen, ist genauso gefährlich wie Fahren mit etwa 0,8 Promille Alkohol im Blut“, teilte Thomas Mosbacher, Verkehrsexperte der hessischen Polizei, mit. Wer mit 100 Stundenkilometern auf der Autobahn unterwegs sei, lege pro Sekunde rund 28 Meter zurück. „Ein Zwei-Sekunden-Blick auf das Smartphone bedeutet also 56 Meter Blindflug.“ Mehr als die Hälfte aller Unfälle stehe im Zusammenhang mit Ablenkung.

Der Rat der Beamten ist simpel: mit Freisprecheinrichtung telefonieren, das Navi vor dem Start programmieren und für alle sonstigen dringenden Tätigkeiten anhalten.        (dpa)

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