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Parken in Frankfurt Per App zum eigenen Parkplatz

Private Unternehmen wollen mit der Vermittlung der begehrten Stellplätze in Frankfurt Geld verdienen. Ein neuer Anbieter drängt auf den Markt.

Guter Parkplatz ist in Frankfurt teuer oder selten. Foto: Michael Schick

Selbst einen kostenpflichtigen Parkplatz zu finden, ist in Frankfurt nicht immer leicht. Wer nicht lange rumkurven oder auf S-Bahn, U-Bahn, Bus umsteigen will, hat im Nordend, in Sachsenhausen und erst recht in der Innenstadt an vielen Tagen ein Problem. Freie Plätze bieten zwar im Zweifelsfall die Parkhäuser. Doch die sind nicht gerade günstig und oft auch zu weit vom Ziel entfernt.

Mit solchen Parkplatzproblemen will Elton Marku Geld verdienen. „Parkhere“ heißt seine Lösung. Auf dieser Internetplattform, die vor Kurzem online ging, können Privatleute und Unternehmen unentgeltlich Parkplätze zur kurz- oder längerfristigen Vermietung anbieten. Autofahrer sollen so möglichst viele Abstellmöglichkeiten in der Nähe ihres Ziels finden, etwa auf Privatparkplätzen in Höfen, Einfahrten oder reservierten Stellplätzen vor einem Haus. Haben sie etwas gefunden, lotst sie „Parkhere“ zu dem Hof oder in die Straße, in der sich der Privatparkplatz befindet.

Die Parkgebühr wird bargeldlos über Giropay oder Kreditkarte beglichen. Wie hoch sie ist, hängt vom Vermieter ab. Marku macht keine Vorgaben. In der Gebühr enthalten ist eine Provision in Höhe von 30 Prozent.

Noch hat der IT-Berater, wie er selbst einräumt, nicht viele Parkplätze im Angebot. Noch macht der Inhaber und Geschäftsführer auch fast alles alleine. Auch die Plattform hat der studierte Informatiker, der vor zwei Jahren aus Nordrhein-Westfalen zuzog, selbst entwickelt.

Ganz neu ist dieses Angebot nicht. Mit ähnlichen Geschäftsmodellen versuchen bereits etwa das Unternehmen Parku mit Sitz in Berlin und das Kölner Startup Ampido, Geld zu verdienen. Für spontane Besuche bei Freunden in der Stadt sind aber auch ihre Apps noch keine große Hilfe. Zwar könne auch in Frankfurt „bereits jetzt jeder flexibel stunden-, tage- oder wochenweise seinen Stellplatz vermieten“, teilt Adalbert Rajca, Geschäftsführer des Anbieters Ampido, mit, der nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 11 000 Parkplätze im System hat – davon mehr als 3000 im Raum Köln/Düsseldorf. Das Angebot an kurzfristig buchbaren Parkplätzen in Frankfurt hält sich aber noch in Grenzen.

Fokus auf Kooperationen

Parku geht einen etwas anderen Weg. Von dem klassischen „Sharing“-Modell, bei dem die Anbieter Besitzer von Parkplätzen und mögliche Nutzer für Geld zusammenbringen, habe man sich zusehends wegbewegt, teilt Unternehmenssprecherin Caroline Ohl mit. Stattdessen setze man auf Kooperationen – etwa mit „Holiday Extra“, einem Vermittler touristischer Zusatzleistungen. Nun könnten etwa Flugreisende über Parku zusätzliche Parkplätze an den Airports mieten, allein 17 solcher Standorte gebe es in Frankfurt.

Die Zahl der Stellplätze, die Autofahrer über die App finden können, werde im Herbst stark wachsen, heißt es. Bald werde es sechsmal so viele Standorte wie bisher in der Stadt geben, sagt Ohl. Mitgerechnet sind allerdings auch Stellplätze in regulären Parkhäusern. In Echtzeit soll den Nutzern auf den Smartphones angezeigt werden, wo gerade Plätze frei sind.

Absetzen von den Mitbewerbern will sich Parkhere-Gründer Elton Marku etwa mit Möglichkeiten zur Interaktion zwischen den Nutzern, wie man sie zum Beispiel von der Zimmer-Vermittlungsplattform Airbnb kennt. So soll es unter anderem Bewertungsmöglichkeiten geben. Auch dass die Autofahrer und nicht die Vermieter die Provision zahlen, soll Vorteile bringen. Anders als etwa Parku wird der Neugründer aber zunächst keine Parkplätze anbieten können, die hinter Schranken liegen. Die Möglichkeit, diese zu öffnen, in dem die Nutzer einen QR-Code mit dem Telefon scannen, soll erst später installiert werden. Auch als herunterladbare App gibt es das Angebot nicht.

Bei der Frankfurt Industrie- und Handelskammer sieht man die gewerbliche Parkplatzvermittlung positiv. Schließlich sei die Parkplatzsituation in manchen Stadtteilen sowie in den Spitzenzeiten in der Innenstadt Frankfurts angespannt. „Dieses zusätzliche Angebot trägt zur Entspannung der Situation bei“, sagt Hanns-Peter Laux, stellvertretender Geschäftsführer der Abteilung Standortpolitik, auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Es diene der effizienten Ressourcennutzung, wenn jeder Parkplatz, der von privaten Besitzern selbst nicht genutzt wird, an Anlieger vermietet werde. „Das gilt natürlich auch für Parkplätze in der Innenstadt, die von privaten Anbietern an Gewerbetreibende vermietet werden, die keine oder nicht ausreichend viele eigene Stellplätze haben“, sagt Laux.

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