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Parkausweis Porsche-Fahrer ohne Sonderrechte

Nicht jedes Auto bekommt den beliebten Handwerker-Schein. Kritik am restriktiven Vorgehen kommt von der Handwerkskammer.

Porsche Cayenne Turbo S
Für Sportwagen wie den Porsche Cayenne gilt die Ausnahmeregelung nicht mehr. Foto: Imago

Der Präsident der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main ist sauer. „In der Frankfurter Verkehrspolitik liegt einiges im Argen“, sagt Bernd Ehinger und holt zu einem Rundumschlag aus: Baustellen würden schlecht koordiniert, parken in zweiter Reihe geduldet. Ampeln seien schlecht geschaltet. Tempolimits würden aus „ideologischen Gründen“ eingeführt.

Den Ärger ausgelöst hat das Thema Parken. Bis Anfang des Jahres konnten Handwerker in Frankfurt den beliebten Handwerker-Parkausweis beantragen. Damit können sie beispielsweise im Halteverbot stehen, und sie müssen kein Geld in Parkscheinautomaten werfen. Den Ausweis beantragen konnten 7353 Betriebe in der Stadt. In der Region gibt es Vergleichbares.

Handwerker-Parkausweis wird restriktiver vergeben

Anfang 2017 hat die Stadt Frankfurt die Vergabe allerdings geändert. Sie ist restriktiver geworden. Nicht jedes Handwerkerfahrzeug bekommt nun noch einen Parkausweis.

„Ausnahmegenehmigungen werden mit der Begründung verwehrt, dass die Fahrzeuge ‚atypisch‘ seien“, empört sich Ehinger. Er hält es für „völlig inakzeptabel“, eine „seit Jahren funktionierende Praxis einseitig zu verändern“. Das habe er Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) in einem Brief mitgeteilt und ihn zum Gespräch aufgefordert.

Bernadette Weyland, die CDU-Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl, springt Ehinger bei. Parkausweise für Handwerker seien nötig, „weil Handwerker keine Zeit haben, Runden zu drehen“. Suchverkehr sei umweltbelastend. Der Zeitverlust schlage sich auf den Arbeitspreis nieder. Weyland ruft das Verkehrsdezernat und die Handwerkskammer auf, sich an einen Runden Tisch zu setzen.

Für Sportanlagen gelten keine Ausnahmen 

Der Brief des Kammerpräsidenten ist mittlerweile bei Stadtrat Oesterling angekommen. „Wir werden ein Gespräch vereinbaren“, sagt er und erläutert, warum die Stadt die Vergabepraxis geändert habe. „Wir wollten Missbräuche einschränken.“

So habe zum Beispiel ein Fliesenverleger eine Ausnahmeregelung für seinen Porsche Cayenne beantragt. Ein Maler wollte einen Parkausweis für seinen Mercedes SLK 280. „Für Sportwagen gilt die Ausnahmeregelung nicht mehr“, sagt Oesterling. „Davon bricht das Frankfurter Handwerk aber nicht zusammen.“

Neben den Sportwagen sind laut Handwerkskammer auch Cabriolets, Limousinen und Kombis betroffen. Nicht alle Handwerker transportierten „schmutzige Eimer im Kofferraum“, sagt hingegen Ehinger. Manche seien im Kunden- oder im Notdienst unterwegs und hätten Messgeräte dabei. Im Vergleich zu anderen Städten und Kommunen würden die Handwerker in Frankfurt benachteiligt.

Die Linke im Römer stellt sich auf die Seite der Betriebe. Die Stadt mache „den Handwerksbetrieben das Leben schwer“, sagt Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli. Mechaniker und Monteure seien auch mit Kombis unterwegs.

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