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Offenbacher Kreuz - Obertshausen Weltkriegsbombe an der A3 gesprengt

Die Entschärfung ist misslungen: Die an der A3 gefundene Weltkriegsbombe wird gezielt gesprengt. Zwischen dem Offenbacher Kreuz und Obertshausen bleibt die Autobahn bis tief in die Nacht gesperrt.

Krater nach der Sprengung der Weltkriegsbombe. Foto: Renate Hoyer

Der Kampfmittelräumdienst hat am späten Dienstagabend auf der Autobahn 3 eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt. Wegen des Bombenfundes zwischen dem Offenbacher Kreuz und Obertshausen war die A3 seit Nachmittag in beiden Richtungen gesperrt worden. Ursprünglich sollte die Bombe am Abend entschärft werden. Dies misslang aber. Der Kampfmittelräumdienst entschied sich deshalb für eine gezielte Detonation. Gegen 21.50 Uhr war der Knall der Explosion kilometerweit zu hören.

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen der Frankfurter Rundschau sagte, sei die 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gegen 15 Uhr bei Bauarbeiten in der Nähe des Parkplatzes Hainbach gefunden worden. Bereits kurz nach dem Fund der Bombe rückten Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes an. Sorge bereitete den Einsatzkräften der chemische Zünder, der als besonders schwer zu entschärfen gilt. Rund um die Einsatzstelle kreisten Polizeihubschrauber, die Spaziergänger im angrenzenden Waldgebiet über ihre Lautsprecher aufforderten, sich in Richtung Offenbach und Heusenstamm zu entfernen.

Für den dichten Feierabendverkehr richtete die Polizei Umleitungen ein. Trotzdem kam es auf der A 3 zu Behinderungen und kilometerlangen Staus, vor allem bei Obertshausen und am Frankfurter Kreuz. Auch der Verkehr in umliegenden Straßen war beeinträchtigt. In Offenbach-Rosenhöhe mussten nach Polizeiangaben rund 160 Menschen vorübergehend ihre Häuser verlassen, weil diese zu nahe am Fundort der Bombe lagen. Einige der Menschen kamen zwischenzeitlich in der Offenbacher Stadthalle unter.

Neben dem Autoverkehr und den Anwohnern am Offenbacher Stadtrand war auch der Flugverkehr betroffen: Die Deutsche Flugsicherung sperrte die Südbahn des Frankfurter Flughafens über Stunden für Landungen. Ankommende Maschinen durften die Bombenfundstelle nicht überfliegen, da sie einen Mindestabstand von 1000 Metern über der Fundstelle einhalten müssten, bestätigte Dieter Hulick, ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, der FR.

Als die Entschärfung gegen 20.30 Uhr begann, durften dann gar keine Maschinen in Frankfurt mehr landen. Die meisten Flugzeuge, die nach Frankfurt wollten, warteten an ihren Startflughäfen. Sechs Maschinen wurden umgeleitet und flogen nach Köln oder Stuttgart.

Um 21.40 Uhr, noch vor der Detonation der Bombe, konnten wieder einige Maschinen auf Rhein-Main aufsetzen. Sie flogen den Airport ausschließlich von Westen an und landeten auf der Nordwestbahn. Gestartet wurde von der Startbahn 18 West.

Die Autobahn A 3 zwischen dem Offenbacher Kreuz und Obertshausen ist besonders wichtig für den Verkehr in der Rhein-Main-Region: Neben vielen Pendlern nutzt auch der überregionale Verkehr den Abschnitt als wichtige Achse zwischen Westen und Osten. Seit Ende Juli wird auf dem betroffenen Streckenabschnitt die Fahrbahn erneuert. Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil will mit einer flexiblen Verkehrsführung Behinderungen minimieren. Die Sanierung soll bis Anfang Oktober beendet sein.

Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg haben in Hessen zuletzt oft für Probleme gesorgt. Erst am Montag hatten Kampfmittelsondierer bei Bauarbeiten in Marburg eine solche Bombe entdeckt. Hunderte Anwohner mussten ihre Wohnungen in dem Wohn- und Industriegebiet verlassen, bis die Sprengmeister das alte Geschoss am Abend entschärft hatten.

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