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ÖPNV in Frankfurt Wenn der Bus zu früh abfährt

Ein Fahrgast in Frankfurt beschwert sich über die Buslinie 32, weil Busse immer wieder zu früh abfahren. Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq sieht keine Probleme und spricht von „Einzelfällen“.

Bitte recht pünktlich: Der 32er Bus auf dem Alleenring. Foto: Andreas Arnold

Wenn Bus und Bahn zu spät kommen, ist das ärgerlich. Verfrühte Abfahren gelten im Nahverkehr als Todsünde. Simon Klein hat solche Fälle beobachtet, so sagt er. Regelmäßig, auf der Buslinie 32.

Das regt ihn auf. „Der 32er fährt häufig bis zu drei Minuten zu früh los“, sagt er. „Ich bin pünktlich da, dann fährt mir der Bus vor der Nase weg.“ An der Miquel-/Adickesallee steigt er morgens ein, fährt zum Fachhochschule/Nibelungenplatz.

Auf dem Weg zur Haltestelle schaut Klein auf seine Uhr. Die ist an der Weltzeit ausgerichtet. „Manchmal fährt der Bus zehn Sekunden zu früh los, manchmal eine halbe Minute.“ Das sei unerträglich. Fahrgäste müssten sich auf den Fahrplan verlassen können.

Der 32er fährt auf seiner Linie einmal quer durch die Stadt, von West nach Ost und wieder zurück. Vom Westbahnhof nimmt er den Weg über den Alleenring zum Ostbahnhof. Die Busse betreibt Alpina, ein Tochter von Transdev, im Auftrag der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Bis zum 10. Dezember. Dann übernimmt die städtische In-der-City-Bus GmbH (ICB) den Betrieb für die nächsten zehn Jahre auf der dicht befahrenen Ost-West-Route.

Zehn-Minuten-Garantie

Morgens und abends fließt der Verkehr auf dem Alleenring zäh. Wenn die Linie länger braucht, macht Klein die Zehn-Minuten-Garantie geltend.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zahlt Fahrgäste einen Teil des Fahrpreises zurück, wenn Bus oder Bahn zehn Minuten zu spät am Ziel ankommen. Abends nach 21 Uhr erstattet der Verbund entweder das Fahrgeld oder die Kosten einer Taxifahrt von bis zu 15 Euro.

Klein hat die Geld-Zurück-Garantie auf der Linie 32 zwischen April und Juli insgesamt 21 Mal in Anspruch genommen. Jedes Mal bekam dafür 50 Cent erstattet, also einen Teil des Fahrpreises. Das hilft ihm aber nichts, wenn der Bus zu früh losfährt.

Als Grund für verfrühte Starts vermutet Klein: „Bei einem Teil des Fahrpersonals scheint die Priorität darauf zu liegen, das Fahrtziel am Ostbahnhof so früh wie möglich zu erreichen“. Dort beginne „die Erholungspause“. Die Fahrten vom Ostbahnhof aus kämen wiederum oft etwas verspätet an. Wegen der Pause, glaubt er.

Außerdem, so Fahrgast Klein, der auch Mitglied bei Pro Bahn ist, würde den Fahrern, anders als bei Straßenbahnen in Hanau, nicht auf die Minute genau angezeigt, ob sie pünktlich unterwegs seien.

Das weist der Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, Klaus Linek, zurück. Alle Fahrer würden auf einer Anzeige sehen, ob sie an der Haltestelle zu früh, zu spät oder pünktlich ankämen. Außerdem seien sie stets gehalten, den Fahrplan einzuhalten. Zwei Stichproben auf der Linie 32 hätten gezeigt, dass es mit verfrühten Abfahrten keine Probleme gebe, eher mit Verspätungen. Das wiederum sei dem dichten Verkehr geschuldet.

Linek will aber nicht ausschließen, dass es „in Einzelfällen“ auch verfrühte Abfahrten gebe. Falls der Verkehr wider Erwarten schneller fließe, könnten die Busfahrer nicht minutenlang an einer Haltestelle stehen bleiben. Dass einige Fahrer grundsätzlich zu früh losfahren würden, um ihre Pause einige Minuten in die Länge zu ziehen, nennt Linek „eine Unterstellung“. „Das trifft schlicht nicht zu.“

Für Klein sieht die Sache hingegen so aus: „Regelmäßige Fahrplanabweichungen, gleichgültig, ob es sich um Verfrühungen oder Verspätungen handelt, sind für die Fahrgäste keineswegs hinnehmbar.“ Er will die Zehn-Minuten-Garantie weiterhin geltend machen.

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