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Öffentlicher Nahverkehr Mit gefälschten Hessentickets unterwegs

Die Polizei leitet Strafverfahren wegen Mehrfachnutzung und Weiterverkauf von Hessentickets ein. Und warnt Reisende vor dem mutmaßlichen Schnäppchen. Die Strecke Frankfurt-Kassel steht unter Beobachtung.

RMV
Ein Fahrzeug des RMV (Symbolfoto). Foto: Andreas Arnold

Wer mit dem Hessenticket unterwegs ist, sollte seine Mitfahrer kennen. Sonst riskiert er, sich strafbar zu machen, weil er mit einer gefälschten Fahrkarte reist. Die gibt es immer häufiger. Deshalb hat die Bundespolizei Kassel derzeit verstärkt mit Prüfern der Verkehrsverbünde in Regionalzügen zwischen Kassel und Frankfurt unterwegs. Schon am ersten Tag entdeckten sie einige dieser Gruppenkarten, die nicht in Ordnung waren, sagt Pressesprecher Klaus Arend. Die Zahl werde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. Mit „technischen Mitteln“ hätten die Täter die Namen auf der Papierfahrkarte entfernt, um neue darauf zu schreiben. „Urkundenfälschung und Betrug stehen im Raum.“

Mit dem Hessenticket können Gruppen von bis zu fünf Personen günstig durch das Land fahren. Es kostet 35 Euro, gilt montags bis freitags ab 9 Uhr in Zügen des Rhein-Main-Verkehrverbunds (RMV) und des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV). Seit Januar müssen die Namen der Mitfahrenden auf dem Papier notiert sein. Diese Änderungen hatten die Verkehrsverbünde beschlossen, weil rund um das Hessenticket ein Graumarkt entstanden war. Speziell an den Bahnhöfen Kassel, Gießen und Frankfurt wurden Reisende am Fahrkartenautomaten angesprochen, ob sie nicht für weniger Geld auf dem Hessenticket mitfahren oder ein bereits genutztes kaufen wollen. Laut RMV-Sprecherin Vanessa Rehermann wird für die Strecke Frankfurt-Kassel besonders häufig dieses Gruppenticket genutzt. Die neue Regelung habe zum Teil die dubiosen Machenschaften eingedämmt.

Graumarkt rund ums Hessenticket

Eine „Mafia“, wie sie Arend nennt, gab ihr Geschäftsmodell jedoch nicht auf, sondern manipulierte die Fahrkarte. Teils agierten die Täter bei der Anwerbung ihrer Kunden aggressiv. „Das ist schon fast Nötigung.“ Bedrängten die Reisenden, sich ihnen anzuschließen. Manche würden auch während der Fahrt früher aussteigen, als verabredet.

Gegen die bei den Kontrollen entdeckten illegalen Nutzer hat die Bundespolizei Strafverfahren eingeleitet. Sie sollen sich der verbotenen Mehrfachnutzung schuldig gemacht haben oder des illegalen Weiterverkaufs. Den Mitreisenden droht mindestens eine Strafe wegen Schwarzfahrens.

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