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Oberrad Weniger Kunden an der Offenbacher Landstraße

Seit einem Dreivierteljahr erneuert die Stadt auf der Offenbacher Landstraße die Fahrbahn - zum Ärger der ansässigen Händler.

Offenbacher Landstraße in Oberrad
Seit dem 25. April 2017 erneuert die Stadt die Offenbacher Landstraße in Oberrad. Foto: Rolf Oeser

Tonnenweise Pflastersteine, Rohre und zahllose Baucontainer liegen und stehen da am Straßenrand kurz hinter der Tramhaltestelle „Balduinstraße“. Die Offenbacher Landstraße ist über mehrere Hundert Meter aufgerissen. Radlader, zahlreiche Bauarbeiter und sogar ein Saugbagger tummeln sich um das riesige Loch. 

Seit dem 25. April 2017 erneuert die Stadt die Offenbacher Landstraße in Oberrad. Zwischen der Scheerengasse und dem Buchrainplatz wird es in Zukunft eine komplett neue Fahrbahn mit einer durchgängigen Radverkehrsführung in beide Richtungen geben. Das beinhaltet auch neue Straßenbahngleise. Außerdem wird die Haltestelle „Bleiweißstraße“ barrierefrei, es soll mehr Grün und einen zusätzlichen Fußgängerüberweg geben. 

Doch die Bauarbeiten sind mit enormen Einschränkungen verbunden, insbesondere für die Geschäftsleute. Die Baustelle? „Ist eh eine totale Katastrophe“, sagt ein Bäcker, der gerade nur wenig Zeit hat. Er steht mit seiner Meinung nicht alleine. Gabriele Mayer, die ein Schuhgeschäft in der Offenbacher Landstraße betreibt, findet, die Stadt habe ihre Versprechen nicht eingehalten. „Erst hieß es, die Bauarbeiten würden abschnittsweise erfolgen. Als der erste Bauabschnitt fertig war, wurden die Abschnitte zwei bis vier gleich auf einmal aufgerissen.“

Warenanlieferung per Sackkarre

Deshalb erfolge die Warenanlieferung nun mit der Sackkarre – auf dem matschigen Weg kein leichtes Unterfangen. Viel schlimmer seien jedoch die Umsatzeinbußen durch die Baustelle. Die Herbstware habe sich zwar noch ganz gut verkauft, seitdem sei der Umsatz allerdings um die Hälfte eingebrochen. „Wir haben viele Kunden aus Sachsenhausen und Offenbach, die können gar nicht mehr zu uns kommen, weil die Straße gesperrt ist“, erläutert Mayer.

Diese Problematik kennt auch Stefanie Leber von der Hortus-Apotheke. Da viele Kunden schlecht zu Fuß seien und der Behindertenparkplatz vor der Tür weggefallen sei, gestalte sich die Versorgung mit Medikamenten schwierig. „Deshalb bieten wir unseren Kunden an, ihnen die Medikamente zu liefern“, sagt sie. „Das Angebot wird gut angenommen, viele Menschen sind froh über den Lieferdienst.“

Selbst wer nicht in der Offenbacher Straße lebt oder arbeitet, ist betroffen. „Durch die Umleitung gibt es bei uns jetzt viel Durchgangsverkehr, das stört“, klagt ein Junge, der im Goldbergweg wohnt.

Und so hoffen alle, dass die Bauarbeiten möglichst schnell ein Ende finden. Ursprünglich war von Ende Februar die Rede, mittlerweile gibt das Verkehrsdezernat an, die abschließenden Arbeiten erfolgten voraussichtlich erst im zweiten Quartal 2018. Bislang sind nur der erste Bauabschnitt und der südliche Bereich des zweiten Abschnitts, einschließlich der Gleisanlagen, komplett fertiggestellt.

Die Gesamtkosten für die Stadt werden aktuell auf 4,2 Millionen Euro beziffert, für den Umbau der Straßenbahnhaltestelle fallen zusätzlich 5,8 Millionen Euro an. Das Land Hessen übernimmt knapp die Hälfte der Baukosten für die Station und unterstützt die Stadt außerdem mit einer Million Euro beim Ausbau der Offenbacher Landstraße. 

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