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Neue Trasse Tram nach Offenbach soll wieder fahren

Politiker aus Frankfurt und Offenbach kündigen an, im kommenden Jahr über eine Trasse zwischen Fechenheim, Offenbach und Oberrad sprechen zu wollen.

Offenbach
Endstation Offenbach-Stadtgrenze – vielleicht nicht für immer. Foto: Andreas Arnold

Seit 1996 fährt die Straßenbahn nicht mehr von Frankfurt zum Marktplatz in Offenbach - das soll sich nun wieder ändern. „Wir sind uns einig, dass wir eine Ringbahn zwischen Fechenheim und Oberrad über Offenbach haben wollen“, sagte der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke am Montag - im Beisein von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (alle SPD).

„Wir begrüßen, dass Offenbach sich zum Projekt einer Ringstraßenbahn bekennt“, entgegnete Stadtrat Oesterling. Im neuen Jahr werde man sich zusammensetzen und die Trasse gemeinsam planen. Auch für eine „Südtangente“ - eine S-Bahn zwischen Offenbach, Flughafen, Mainz oder Darmstadt – sprachen sich Oesterling und Schwenke aus.

Zuletzt hatte der Offenbacher Rathauschef vorgeschlagen, die Linie 16 nicht über Frankfurter Straße zur Offenbacher Innenstadt fahren zu lassen, sondern über die Kaiserstraße zum Hafen und weiter über den Main bis nach Fechenheim. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und Grünen im Frankfurter Römer steht ebenfalls eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 16 von Oberrad nach Offenbach. Bislang war das Projekt an der mangelnden Bereitschaft Offenbachs gescheitert, die Wiederinbetriebnahme mitzufinanzieren.

Zur Erinnerung: Zwischen Alter Brücke in Frankfurt und Markplatz in Offenbach fuhr 1884 die erste elektrische Straßenbahn in Deutschland überhaupt. Von 1906 bis 1996 fuhr die Tram unter der Liniennummer 16. Als 1995 der S-Bahn-Tunnel von Frankfurt nach Offenbach eröffnet wurde, war das Aus für die Straßenbahn nahe. Nach einem Jahr Parallelbetrieb legte Offenbach die 16 still. Die Gleise in der Offenbacher Fußgängerzone wurden entfernt. Auf Geheiß des Regierungspräsidiums Darmstadt blieben sie auf der Frankfurter Straße noch zehn Jahre liegen. Aus Frankfurt kommend hält die 16 seitdem an der Endstation Offenbach-Stadtgrenze.

„1884 waren wir weiter als heute“, sagte Stadtrat Oesterling, der sich für den „Ringschluss“ der Straßenbahn von Oberrad über Offenbach nach Fechenheim aussprach. Die genaue Trassenführung auf Frankfurter und Offenbacher Gemarkung sei noch nicht geklärt.

Ungeklärt ist auch die Frage der Finanzierung. „Ohne eklatante Drittmittel wird es nicht möglich sein“, sagte Schwenke. Er kündigte ein „Finanzierungskonzept“ an. Darin soll festgehalten werden, welche Fördertöpfe es gebe. „Wir werden Mittel bei Bund und Land einfordern“, sagte er. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte sich zuletzt wohlwollend gegenüber dem Projekt geäußert - und sogar mögliche Trassen vorgeschlagen.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Hessen sprach sich für den Ausbau der Straßenbahn aus. „Sie transportiert viele Fahrgäste, komfortabel, schnell und völlig abgasfrei“, sagte der Sprecher Heiko Nickel. Nötig sei die Verlängerung der Tramstrecken nach Neu Isenburg, Bad Vilbel, Offenbach sowie die Ringstraßenbahn in Frankfurt.

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