Lade Inhalte...

Nahverkehr in Frankfurt VGF setzt wieder Trams mit Trittbrett ein

Von Winter an werden in Frankfurt wieder alte Straßenbahnen fahren, die nicht barrierefrei sind. Kritik kommt von der Behinderten-Arbeitsgemeinschaft FBAG.

Nahverkehr in Frankfurt
Straßenbahn in Frankfurt. Foto: Christoph Boeckheler

In Frankfurt fahren von Winter an wieder Straßenbahnen, die nicht barrierefrei sind. Das treibt Hannes Heiler um. „Der öffentliche Nahverkehr muss laut Personenbeförderungsgesetz bis 2022 komplett barrierefrei sein“, sagte der Sprecher der Frankfurter Behinderten-Arbeitsgemeinschaft FBAG. Er spricht von einem „Rückfall“.

Zwei nichtbarrierefreie Straßenbahnen aus den 1970er Jahren fahren schon jetzt durch die Stadt, auf der Linie 15. Allerdings ohne Fahrgäste, sie sind da, um Trambahnfahrer zu schulen. Denn ab Dezember setzt die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) wieder fünf alte Trittbrett-Straßenbahnen auf verschiedenen Linien ein. Astrid Buchheim (Linke) nannte das im Verkehrsausschuss einen „Skandal“; im Jahr 2018 müsste Barrierefreiheit im Nahverkehr eigentlich selbstverständlich sein, sagte sie.

Im Sommer will die VGF neue Straßenbahnen bestellen. Europaweit ausgeschrieben wird der Kauf von 38 Straßenbahnen vom Typ „T“ - nicht Typ „S“, wie die FR am Mittwoch fälschlicherweise berichtet hatte - Wagen vom Typ „S“ fahren schon seit 2003 durch Frankfurt. Zusätzlich zum Kauf wird die Option auf den Erwerb von weiteren 15 Straßenbahnen ausgeschrieben.

Die VGF plant derzeit, die 38 Straßenbahnen in mehreren Phasen liefern zu lassen: zwei Wagen im Jahr 2020, jeweils 15 in den Jahren 2021 und 2022, weitere sechs im Jahr 2023. Eine Straßenbahn kostet je nach Anbieter und Ausstattung etwa 2,5 Million Euro. Die neuen Wagen sollen unter anderem mit Klimaanlage und Mehrzweckbereich für Fahrräder und Rollstühle ausgestattet sein und 54 Sitz- und 140 Stehplätze haben. Ersetzt werden sollen die Trams vom Typ „R“, die seit 1993 durch Frankfurt fahren. Sie haben keine Klimaanlage und könnten auch nicht damit nachgerüstet werden, so die VGF.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird die Kapazität auf den überlasteten Linien 11 und 21 erweitert: Als dritte Linie fährt die Linie 14 künftig zur Galluswarte, biegt in die Kleyerstraße, wendet in der Schleife, und fährt über die Rebstöcker Straße zurück. Die Linie 18 übernimmt die Fahrten der 14 nach Louisa.

Hannes Heiler von der FBAG geht davon aus, dass das Angebot im nächsten Jahr erneut ausgeweitet wird. Er fragt sich, wie viele nichtbarrierefreie Straßenbahnen dann fahren werden.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen