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Nahverkehr in Frankfurt Europaturm-Trasse für U4 vorn

Verwaltungsintern liegt ein neues Gutachten zur Verlängerung der U4 von Frankfurt-Bockenheim nach Ginnheim vor - eine Variante ist dabei mit Abstand am günstigsten.

Bockenheimer Warte
Von der Bockenheimer Warte aus soll die U4 verlängert werden. Foto: peter-juelich.com

Die Stadt Frankfurt hat drei Möglichkeiten untersuchen lassen, die U-Bahn-Linie 4 von Bockenheim nach Ginnheim zu verlängern. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau stellt sich die Variante „Europaturm“ als die mit Abstand günstigste heraus. Sie verläuft von der Bockenheimer Warte über die Stationen Botanischer Garten, Europaturm, Platensiedlung nach Ginnheim. Das neue Gutachten des Ingenieurbüros Schüßler-Plan liegt verwaltungsintern vor.

Die Stadtverordneten kennen es noch nicht im Detail. „Es soll bis Frühjahr präsentiert werden“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) auf Anfrage der FR. Danach sei eine vertiefte Untersuchung der einen Variante nötig, auf die sich die Stadtverordneten festlegen würden.

Ohne das Gutachten zu kennen, will die CDU im Römer keine Aussage zur favorisierten Trasse machen, hieß es aus dem Fraktionsbüro. „Wir haben das Gutachten mittlerweile beim Stadtrat angefordert“, sagte Wolfgang Siefert (Grüne), der Vorsitzende des Verkehrsausschusses. Auch die Grünen wollen erst Stellung nehmen, „wenn alle Fakten auf dem Tisch sind“.

Dem Vernehmen nach ist die Variante „Frauensfriedenskirche“ wegen der hohen Kosten komplett aus dem Rennen. Dabei sollte die U4 die Franz-Rücker-Allee untertunneln – wo derzeit die Straßenbahnlinie 16 fährt. Geplant ist ein unterirdischer Halt, die 16 würde bei dieser Variante einer Ringstraßenbahn über Schloßstraße und Ginnheimer Straße zum Markus-Krankenhaus weichen. 

Dass diese Variante ausscheiden soll, wundert den CDU-Verkehrsfachmann Frank Nagel nicht. „Ein Kilometer Tunnel kostet im nationalen Vergleich etwa 100 Millionen Euro, eine unterirdische Station etwa die gleiche Summe“, sagte der Vorsitzende des Fachausschusses Verkehr der Frankfurter CDU. „Wenn man sich die Streckenführung ansieht, wird schnell klar, welche Variante die günstigste sein wird.“ 

Auch bei der Variante „Ginnheimer Kurve“ wäre die Station Campus Westend unterirdisch oder im Trog zu bauen. Teuer – und politisch brisant – wäre zudem die Untertunnelung des Grüneburgparks. Dagegen hatte die Bürgerinitiative Grüneburgpark Widerstand angekündigt, weil sie Schäden am alten Baumbestand befürchtet.

Bei der Variante „Europaturm“ wäre der Tunnelverlauf am kürzesten. Unterirdische Stationen wären nicht nötig. Dem Vernehmen nach geht aus dem Gutachten hervor, dass die Rosa-Luxemburg-Straße nicht abgerissen werden müsste, um die Trasse zu bauen. Die U-Bahn könnte unter der Stelzenstraße fahren.

Das ist neu. Im Jahr 2011 hatten die Architekten Albert Speer + Partner im Auftrag der Stadt eine Studie vorgelegt, die vorsah, die Rosa-Luxemburg-Straße zu entfernen, um Wohnraum für bis zu 8000 Menschen zu schaffen. Das wäre stadtplanerisch attraktiv, sagte Siefert. „Das Wichtigste ist aber die NKU“ – die Untersuchung von Nutzen und Kosten. 

In einer Potenzialstudie aus dem Jahr 2015 hatten die Variante „Europaturm“ und „Ginnheimer Kurve“ eine positive NKU von mehr als 1,0. Preislich lagen sie beieinander, 174 Millionen Euro („Europaturm“) zu 193 Millionen Euro („Ginnheimer Kurve“). Auf Wunsch der SPD im Römer wurde dann die dritte Variante („Frauensfriedenskirche“) untersucht. 

Die Verlängerung der U4-Linie hängt mit der Ringstraßenbahn zusammen. Sie soll in den Varianten „Europaturm“ oder „Ginnheimer Kurve“ vom Markus-Krankenhaus über Homburger Landstraße zur Friedberger Warte führen. Kosten 17,7 Millionen Euro.

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