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Nahverkehr Frankfurt Plädoyer für U-Bahn und Ringstraßenbahn

Mit großer Mehrheit stimmt Frankfurts Stadtparlament für den Bau einer Ringstraßenbahn und die Verlängerung der U-Bahnlinie 4 bis nach Ginnheim. Bis tatsächlich gebaut wird, werden aber wohl noch mehrere Jahre vergehen.

Ein Zug der U-Bahnlinie 4 steht an der Endhaltestelle Enkheim.

Frankfurt soll eine Ringstraßenbahn bekommen, und die U4 soll bis nach Ginnheim verlängert werden. Diese grundsätzlichen Beschlüsse hat das Stadtparlament am Donnerstagabend mit großer Mehrheit gefasst. Deutlich wurde aber auch: Bis tatsächlich gebaut wird, werden noch mehrere Jahre vergehen. SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling schimpfte deshalb über das „Armutszeugnis der schwarz-grünen Verkehrspolitik“.

Martin Daum (CDU) sprach hingegen von zwei „Leuchtturmprojekten“. Durch die Verlängerung der U4 könnte nicht nur Bockenheim mit Ginnheim verbunden werden. Auch der Uni-Campus Westend oder die Bundesbank bekämen Haltestellen.

Die Ringstraßenbahn beschreibe zwar keinen ganzen Kreis, so Daum. Darauf komme es aber auch nicht an. Kaum jemand werde die ganze Strecke von der Stresemannallee zum Marbachweg abfahren, die über verschiedene Linien bedient werden soll. Wichtig sei, dass bestehende und neue Schienen sinnvoll verbunden werden. Zwischen Markus-Krankenhaus und Eschersheimer Landstraße rechnet Daum mit 15 000 Fahrgästen täglich – deutlich mehr als im 34er Bus, der die Strecke derzeit fährt.

Bernhard Maier (Grüne) wies darauf hin, dass die Zahl der Fahrgäste im RMV „von Woche zu Woche steigt“. Der Ausbau von Straßenbahn und U-Bahn sei dringend nötig, „und wir machen das jetzt.“ Auch die FDP stimmte den Plänen zu. Fraktionschefin Annette Rinn wies darauf hin, dass eine Fahrt von Preungesheim nach Bornheim derzeit mit Bus und Bahn eine Stunde dauere. „Mit dem Auto braucht man zehn Minuten“, so Rinn.

Klaus Oesterling nutzte die Debatte für eine Generalabrechnung mit der Verkehrspolitik der Koalition. CDU und Grüne hätten zahlreiche Projekte nicht umgesetzt, die im Generalverkehrsplan aus dem Jahr 2005 festgehalten seien. „Ihr redet immer nur darüber“, rief er an die Adresse der Regierungskoalition gewandt.

Nur zwei Alternativen geprüft

Für die Ringstraßenbahn gebe es nicht einmal eine Kosten-Nutzen-Analyse, so Oesterling. Noch kritischer sah der Oppositionsführer, dass beim Lückenschluss der U-Bahn zwischen Bockenheim und Ginnheim nur zwei Alternativen (über Europaturm oder Uni-Campus) geprüft werden sollen. Auch die von Schwarz-Grün vor zehn Jahren aufgegebene Planung, die Linie an der Frauenfriedenskirche vorbeizuführen, müsse wieder aufgenommen werden, forderte der SPD-Politiker, der mit einem entsprechenden Antrag allerdings scheiterte.

Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) warf Oesterling vor, seine Rede in den vergangenen Jahren schon oft gehalten zu haben. Er behaupte seit 20 Jahren, dass in der Verkehrspolitik nichts vorangehe. Tatsächlich sei aber seit 2006 fast jedes Jahr eine neue Linie in Betrieb genommen worden. Eine Trassenführung der U4 an der Frauenfriedenskirche vorbei lehnte Majer ab: „Das wäre das Ende der Straßenbahnlinie 16.“ Die Tram fährt weitgehend denselben Weg. Da der Bund parallel verlaufende Linien nicht fördert, müsste die „16“ aufgegeben werden.

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