Lade Inhalte...

Nahverkehr Danke für die Geduld

Wie der RMV mit der Tunnelsperrung umgeht. Sechs Wochen war der S-Bahn-Tunnel gesperrt. Die U5 und die Straßenbahnen am Frankfurter Hauptbahnhof fahren derzeit nicht.

Die U5 fährt derzeit nicht. Foto: Andreas Arnold

Knut Ringat ist ein stark beschäftigter Mann. Der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) hat so viel zu tun, dass ihm keine Zeit bleibt, um mit der Frankfurter Rundschau zum Thema Entschädigungen wegen der Sperrung des S-Bahn-Tunnels zu telefonieren. Das sagt er aber erst, nachdem er sich die vier Fragen per Mail hat schicken lassen.

„Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Fitnessstudio sechs Wochen nur zur Hälfte benutzbar ist?“ Das wollte die FR unter anderem von Ringat wissen. Der Tunnel war sechs Wochen dicht. Die U5 und die Straßenbahnen am Frankfurter Hauptbahnhof fahren derzeit nicht. Da gibt es Zeitkarten-Inhaber, die eine Entschädigung für angebracht halten. „Ich werde beim RMV ansprechen, ob es für Tunnelsperrung und verzögerten Betriebsbeginn der U5 einen Ausgleich geben kann“, hatte Frankfurts neuer Verkehrsdezernent Klaus Oesterling im FR-Interview versprochen.

„Für uns ist das relativ schwierig“, entgegnet RMV-Sprecherin Petra Eckweiler, die sich statt ihres Chefs den Fragen stellt. Die Bauarbeiten seien weit im Vorfeld angekündigt worden. Alle Beteiligten hätten sich bemüht, die Fahrgäste zu ihrem Ziel zu bringen. „Die Chance, von A nach B zu kommen, war da.“ Sie verstehe den Ärger, doch die Investitionen seien notwendig, damit die S-Bahn auch künftig verlässlich fahre. Die Betroffenheit der Kunden sei auch sehr unterschiedlich gewesen. „Wer von Bornheim nach Höchst musste, hat so gut wie nichts von der Sperrung gemerkt.“

Mit kleinen Aufmerksamkeiten habe der RMV versucht, die Unannehmlichkeiten zu kompensieren, sagt Eckweiler. Und die gesamte Summe, die die Deutsche Bahn als Kompensation gezahlt habe, sei in den Ersatzverkehr geflossen. „Wir verdienen kein Geld, wir sind ein defizitärer Betrieb“, betont sie.

Der Kostendeckungsgrad des Verkehrsverbunds liegt bei 56 Prozent. Den Rest muss der Steuerzahler aufbringen. Dann wird Eckweiler konkret: Würde der RMV allen Besitzern einer in Frankfurt gültigen Jahreskarte einen Monat zurückerstatten, „dann ist das ein zweistelliger Millionenbetrag“. Und: Bei Staus auf der Autobahn bekämen die Betroffenen ja auch keinen einzigen Euro zurück.

In einer Pressemitteilung stellt Geschäftsführer Ringat fest: „Der Mix aus Service und Information hat funktioniert.“ Sein Fazit nach Ende der sechswöchigen S-BahnTunnelsperrung sei durchweg positiv. „Zugleich danke ich allen Fahrgästen für die aufgebrachte Geduld.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen