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Metropolregion Jeder Zweite in der Region pendelt

Eine Studie der IHK hat sich Wohn- und Arbeitsorte in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet angeschaut. Ergebnis: Vielerorts sind die Kapazitätsgrenzen des Pendelns erreicht.

Pendler in Frankfurt am Main
Pendler im öffentliche Nahverkehr von Frankfurt. Foto: Christoph Schmidt (dpa)

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt hat die Ergebnisse ihrer Stau- und Pendlerstudie 2018 veröffentlicht. Demnach pendle jeder zweite Arbeitnehmer in der Metropolregion Frankfurt und Rhein-Main täglich zur Arbeit. Besonders häufig sei das Ziel dabei Frankfurt. Doch die IHK weist auch auf die Schattenseite dieser Tendenzen hin.

Als Grundlage der untersuchten Region dienen 25 Kreise oder kreisfreie Städte. Die Metropolregion erstreckt sich von Gießen im Norden bis Worms im Süden und von Mainz im Westen bis Aschaffenburg im Osten. Somit sind auch angrenzende Bundesländer in den Zahlen enthalten. „Die Arbeitnehmer machen auch vor den Landesgrenzen keinen Halt“, sagt Frankfurts IHK-Präsident Mathias Müller. So pendele jeder fünfte Arbeitnehmer aus Mainz zum Arbeiten nach Wiesbaden oder Frankfurt. Allein das seien täglich 16 000 Menschen. Insgesamt 2,2 Millionen Beschäftigte wohnen in der festgelegten Region – und knapp die Hälfte pendle. 

Der Kern der Pendlerregion ist Frankfurt, in die Stadt am Main fahren täglich die meisten Menschen zur Arbeit. Rechnet man Einpendler und Auspendler gegeneinander auf, entsteht der sogenannte Pendlersaldo, der im Fall von Frankfurt bei 267 376 Menschen liegt. „Nimmt man die Bevölkerungszahl der Stadt hinzu, ist Frankfurt tagsüber eine Millionenmetropole“, berichtet Müller. Mehr als eine Million Menschen bewegen sich somit tagsüber durch die Stadt. In keiner anderen Großstadt in Deutschland sei der Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort so hoch wie in Frankfurt. 

Verkehrssysteme stoßen an Kapazitätsgrenzen

Doch nicht nur Menschen müssten täglich von einem Ort zum anderen bewegt werden, sondern eben auch Waren. Eine Vielzahl von Unternehmen unterhalte internationale Beziehungen und sei beim Handel auf verschiedenste Warenwege angewiesen. „Die Wachstumsdynamik in der Region ist erfreulich, aber sie führt auch dazu, dass die Verkehrssysteme an ihren Kapazitätsgrenzen liegen“, sagt der IHK-Präsident.

Autofahrer könnten dies an den täglichen Staus bemerken. So standen die Menschen 2017 auf der A67 zwischen Mannheim und Darmstadt 660 Stunden im Stau. Auf der A5 waren es 655 Stunden zwischen dem Nordwestkreuz Frankfurt und dem Bad Homburger Kreuz. Die Staus auf der A3 von und nach Würzburg summierten sich gar auf 741 Stunden.

Dass Baustellen ihren Teil dazu beitragen, sei aber auch positiv zu sehen. „Auf den Straßen herrscht dringender Sanierungsbedarf“, so Müller. Es sei positiv, dass die Landesregierung die Mittel dazu in diesem Jahr auf 177 Millionen Euro erhöht habe. „Doch die Gelder müssen auch verbaut werden“, kritisierte Müller. Oftmals würde die Planung viel zu lange dauern – und die steigenden Planungskosten fräßen die zur Verfügung gestellten Mittel auf. Die IHK fordere deshalb die Mittel für die Straßensanierungen weiter zu erhöhen.

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